Wenn man mit Mücken duschen geht, muss man sich über Antimaterie auch nicht wundern. Echt mal jetz.

20.07.2007 Misc #Storys

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Ich fragte mich heute morgen beim Duschen, ob Fliegen soetwas wie eine wasserabweisende Megaschutzschildsuperkraft besitzen, denn es ärgerte mich eine Mücke, die da wohl in der Duschkabine genächtigt hatte. Nun ja, mit Mädchen geh ich gerne duschen. Aber mit Mücken hab ich's da nicht so und deshalb versuchte ich, das Viech mit gezielten Salven aus dem Duschkopf auszuschalten. Und ich traf, dachte ich. Allein: das Viech brummte munter weiter in der Dusche rum. Schließlich wurde es mir zuviel, ich schob die Duschkabinenverschlusslamellen slightly auseinander, scheuchte das Viech raus und widmete mich sichtlich beruhig dem morgendlichen Säuberungsritual.

Dabei passieren einem ja manchmal wirklich ganz absonderliche Sachen und ich meine damit nicht, dass einem das Shampoo runterfällt. Einmal krachte mir die ganze Duschhalterung entgegen, hei, das war ein Spaß. Da stand ich nackich in der Dusche, das Wasser rann mir am Alabasterkörper hinab und ich hatte Metallgestänge in der Hand, womit ich ja erstmal so rein gar nix anfangen konnte. Oder wenn der Abfluss mal verstopft ist, ja da nimmt man Abflussfrei und mann Knöcheltief in Dreckswasser steht und mit dem Griff eines Kamms in den Rohren herrumstochert, um die ganzen Haare und das andere - besser undefiniert gelassene - Gelöt auseinanderzuklabustern.

Ich entdeckte Bruce Springsteen genau wie alle anderen auch mit „Born in the USA“ und weil das Amerikabild damals noch intakt war, missverstand man den Song natürlich genau wie Reagan. Erst Jahre später erfuhr ich, dass der Song von der Ausgrenzung der Vietnam-Veteranen handelte. Mit 12 ist einem sowas furchtbar egal. Und auf Bruce Springsteen komme ich auch nur, weil diese blöde Fliege mir heute morgen gezeigt hat, wer hier der Boss ist. Der King im Ring ist eine Mücke. Unfassbar. Aber wenn man bedenkt, dass die Dinger wasserabweisende Megaschutzschildsuperkräfte besitzen, liegt der Gedanke gar nicht so fern.

Gibt es eigentlich eine Mikrowelle, die kalt macht? Eine Mikrowelle funktioniert ja so, dass hochfrequent schwingende Schwingungen die Atome heftiger hin- und herhüpfen zu lassen. So gesehen müssten tieffrequente Dingsbumse ja schon ausreichen, was aber Quatsch ist, weil ja jede Stimulation der Atome zu Temperaturanstieg führt. Also bräuchte man quasi negative Frequenzen, genau abgestimmte Moiré-Effekte im atomaren Bereich. Vielleich funktioniert auch Antimaterie. Was weiß ich.

Vielleicht ist es tatsächlich so, dass der Mensch die Versuchsratte in einem mückischen Megaexperiment ist, das, nicht wie Douglas Adams annahm, von den Mäusen, sondern von den Mücken losgetreten wurde, um zu sehen, ob Intelligenz im Weltall ausschließlich auf mit Haaren und anderem Gerät verstopfte Abflüsse zurückzuführen ist. Wenn ja, habe ich ihnen mit meinem Kammstiel einen Strich durch die Rechnung gemacht. Damit haben sie nicht gerechnet, ha!