Das Kaff und ich

10.07.2007 Misc #Storys

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Und dann geht man ausnahmsweise durch die Teile des Kaffs, durch die man schon jahrelang nicht mehr gelaufen ist, weil die Wege im Laufe der Zeit standardisiert und ins Leben gebrannt sind, und man stellt fest...

Das Anglergesch?ft, in dem man als Zw??lfj?hriger Maden gekauft hat, mit denen man die handtellergro?en Spinnen unter den Kanaldeckeln gef?ttert hat, nur um sie zu sehen und als sie dann auf acht Beinen aus ihrem Versteck gekrochen kamen, tat man schreiend einen Satz r?ckw?rts. Die Eingangst?r ist zugemauert und es schauen Menschen Fernseher darin.

Das Blumengesch?ft, in dem man vor zehntausend Jahren Blumen am Muttertag, wie immer in allerletzter Sekunde, gekauft hat, steht leer, die Roll?den sind schief heruntergelassen, der Verputz br??kelt und man fragt sich, wie lange schon.

In dem Haus, in dem man C. mit der geilen Schwester die C64-Basics beigebracht hat, w?hrend man zum Spiegel im Flur lienste, um einen Blick auf die Haare und die tolle Figur und die blauen blauen Augen dieses M?dchens zu werfen, in diesem Haus wohnen Fremde.

Das Kaff ist mir fremd geworden mit der Zeit. Wir haben gute und schlechte Dinge miteinander erlebt, Wolfskehlen hat mein Blut geschmeckt und ich seines. Auf seinem Asphalt habe ich gelegen und geliebt und geblutet. Aber ich werde nicht mehr allzulange hier sein. Das merke ich, wo ich so durch die Gassen laufe und die grauen Wolken im Sommer ?ber den D?chern h?ngen. Deine Erdbeerfelder werde ich am meisten vermissen.