30 Kilometer (Hurricane I)

Gepostet vor 10 Jahren, 1 Monat in #Misc #Music #Storys

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(Teil 2, Teil 3)

Von einer Tageskarte beim Rock am Ring, wo Prodigy in Pelzm?nteln sowas von sich selbst gelangweilt waren und die Smashing Pumpkins kurz vor der Aufl??sung lediglich Songs aus ihrem Sp?twerk spielten, irgendwann Ende der Neunziger einmal abgsehen war das Hurricane 2007 tats?chlich mein erstes Festival mit so richtgig Matsch und Regen und Rock ?ber drei Tage und so. Die Loveparades 93 bis 97 und die ganzen Raves dazwischen waren doch irgendwie was anderes, denn dort bleibt einem wenigstens der Schuh nicht im Schlamm stecken. Was hamwa gelacht.

Als Madame Paradise endlich, nachdem ich geschlagene zwei Stunden am Bahnhof Schee?el rumgewartet hatte (zwei Stunden in denen ich einem volltrunkenen ?30-Emo mit stilechtem Lidschatten zwei Biere abgekauft hatte, die ihm beim Sturz auf den Asphalt aus den T?ten gekullert waren), ankam, fuhren wir zun?chst mit einem Taxi ins nahegelegene in der N?he gelegene in der Gegend befindliche ziemlich weit entfernten Hotel in Rotenburg, wo wir gedachten, vor und nach den Konzerten die Beine baumeln zu lassen. Und so fuhren wir mit einem Taxi eine ganze halbe Stunde zwanzig Kilometer durch die Pr?rie und verabschiedeten uns so langsam von dem Gedanken, diese Strecke mit dem Fahrrad bew?ltigen zu k??nnen. Vor allem nachts, voll mit Schlamm, na? bis auf die Haut und zum Umfallen fertig und wir fragten uns, wie zum Teufel wir jeden Tag 60 Euro f?r Taxifahrten herbekommen sollten, denn die waren nicht eingeplant. Doch die Macht sollte mit uns sein.

Der Taxifahrer n?mlich, ein ?u?erst freundlicher Mann mit einem miserablen Geschmack bez?glich Einrichtung - dazu sp?ter mehr -, er??ffnete uns w?hrend der Fahrt, er habe ja auch Zimmer zu vermieten und die jungen Leute, die ja zum Hurricane kommenn wollten, seien im letzten Moment abgesprungen, aber anstatt sofort umzukehren und uns bei dem ollen Taxifahrer einzuquartieren, taten wir folgendes: wir schnallten nicht schnell genug. Und checkten in einem viel zu weit entfernten Hotel ein. Sch??ne Schei?e. Auf dem R?ckweg nach Schee?el mit demselben Taxi (Hin- und R?ckfahrt f?r g?nstige pauschale 50 Euro) schlie?lich lie?en wir uns in weiser Voraussicht die Visitenkarte des Fahrers geben, denn so ein eigener Taxifahrer sollte sich noch mehr als praktisch erweisen.

+++

badqueen.jpgThe Good, the Bad and the Queen

Die erste Band des Hurricanes waren The Good, the Bad and the Queen, deren intime Performanceauf einem Open Air leider verpufft. Anstatt den Songs f?r ein Festival den angemessenen Pfeffer in den Arsch zu pusten holte Damon Albarn irgendeinen Gastreggae-Dingsbums aus London auf die B?hne, den kein Schwein kannte. Die meisten der Leute d?rften hier zugeh??rt haben, weil danach die Queens of the Stone Age auftraten. Schade, denn das Album von TGTBATQ gef?llt mir immer noch ?u?erst gut, auf einem Festival ist die Band aber kein Highlight.

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qotsa5.jpgQueens of the Stone Age

Die Queens waren eine Wucht, spielten unter beleuchteten Dingsbumsen, bei denen ich mich nicht entscheiden konnte, ob sie wie Trockenhauben, Kronleuchter oder Quallengezeucht aussahen. Man fragte sich jedenfalls, seit wann Josh Homme diesen Schnickschnack braucht, allein: eine Rolle spielte das nicht. Die Songs rockten derbe, Battery Acid vom neuen Album knallte wie Sau, Highlights blieben aber immer noch Go with the Flow und Regular John. Insgesamt ein toller Auftritt, von dem ich mir aber insgeheim ein wenig mehr erhofft hatte.

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