Piraten! H?ngt sie!

Disclaimer: Ja, ich arbeite bei Napster und ein Kollege von mir hat da gestern auf der Couch gesessen und war, so ganz nebenbei, einer der wenigen, die keine gequirrlte Schei?e von sich gaben.

Gestern auf der Kuschelveranstaltung in einem viel zu hei?en Club in Frankfurt t?tschelten sich Ex-Tauschb??rsennutzer, die ja jetzt nur noch legal kaufen, Musiker (der Produzent von Sabrina Setlur, ahem), ein Labelfuzzi von 3P, deren Abmahnanwalt und ein Vertreter legaler Download-Plattformen gegenseitig die Schultern, weinten der guten alten Zeit nach und forderten mehr Repressalien gegen die b??sen Raubkopierer.

Vorratsdatenspeicherung ist super, der Zugriff von Labels auf Verbindungsdaten muss her und sowieso kriegen die das alles in den Griff. Daneben wurde noch ein wenig Werbung f?r 3P und das neue Album von Schwester S gemacht. Gr?n heisst das, oder so ?hnlich. Bei der Frage, ob das Ausland ?hnlich repressiv gegen Raubkopierer vorginge hie? es: na klar. H?tte ich nicht Fair Use geschrien, w?re das so stehen geblieben.

Chancen von P2P, den Gegensatz von geistiges Eigentum/Internetz, d?mliche Schrottmusik - keine Rede davon. Bezeichnend war, dass ?ber Qualit?t ausnahmslos technisch gesprochen wurde. 3124871 Kilobit und nix drunter, aus einem fetten Aufnahmestudio muss alles kommen, mit dreizehn Streichern und vierzehn Backgrounds?ngerinnen. Die Bemerkung, dass eine der besten Platten des Jahres von einem pickligen Jungen mit einer kaputten Akkustikgitarre im Schlafzimmer aufgenommen wurde (Jamie T), habe ich mir erspart.

icke.jpg

Immerhin war ich nach diesem Trauerspiel noch zwei Kristallweizen mit meinem Lieblingsendl trinken und den Basic haben wir auch kennengelernt. Da hat sich der Abend dann doch wieder gelohnt.