Editors - An End has a Start

editors.jpgAah, das neue Album der Band, die wie Interpol klingt, nur in zutraulich und pathetisch. Die neue Editors ist genau wie die alte und wäre man böse, könnte man sagen: eine Entwicklung hat nicht stattgefunden. Ich bin aber nicht böse und mag die Editors, auch wenn die Theatralik bisweilen fast ins unfreiwillig Komische kippt - das aber eben nur fast. Mal ehrlich: Zeilen wie „Keep a light on those you love - They will be there when you die“ in einem Song namens „The Weight of the World“ zeugen nicht unbedingt von lockerer Unbeschwertheit. Aber zum Glück stört das nicht weiter.

Der Sänger singt immer noch so bedeutungsschwanger wie auf „The Back Room“, die glockenhellen Gitarren sind immer noch genauso glockenhell, die Songs sind immer noch genauso tanzbar, auch wenn Knaller wie „All Sparks“ oder „Bullet“ nicht wirklich zu finden sind (obwohl „Bones“ oder „The racing Rats“ da schon sehr nahe rankommen). Und wenn das Wort nicht so dermaßen ätzend wäre, dann könnte man die Harmonien genau wie beim Vorgänger als „himmelhochjauchzend“ bezeichnen. Aber das macht ja keiner weil das Wort so ätzend ist.

„An End has a Start“ ist ein kleines Stück mehr Pop geworden, es wirkt, als haben die Editors hier erst wirklich herausgefunden, wo sie musikalisch hinwollen, die Songs wirken ausgereifter, runder und ruhiger. Das Album wirkt (ich weiß, es nervt, aber: genau wie der Vorgänger) so, als würde es einem nach einer Weile gewaltig auf den Saque gehen und desto überraschter ist man (genau wie beim...), dass es genau das nicht tut, sondern genug Substanz hat, um noch nach zwei Jahren zu gefallen.

„An End“ ist quasi „The Back Room“ Teil 2 und damit haben die Editors alles richtig gemacht. Mal sehen, wo sie von hier aus hinwollen.