Qualit?tsjournalismus

Der Spiegelfechter blamiert spOn:

SPON dreht sich mal wieder seine eigene Wahrheit zurecht. Das es bei der G8-Demo in Rostock zu Krawallen kommen w?rde, war vorauszusehen. Leider versuchen die Medien mal wieder an einer Legende zu stricken - die Legende von Rostock soll lauten, da? die gewalt?tigen Krawalle von den offiziellen G8-Kundgebungen angestachelt wurden.

So meldet SPON bereits in der ?berschrift ihres Live-Tickers Wir m?ssen den Krieg in diese Demo tragen.
F?r 18.30 meldet SPON den Tickereintrag [18:30] Auf der Kundgebungsb?hne stachelt ein Redner die militante Szene auf: Wir m?ssen den Krieg in diese Demonstration reintragen. Mit friedlichen Mitteln erreichen wir nichts.

Das gleiche Zitat bringt SPON in seinem Artikel ?ber die Kundgebung:

Als die ersten Autos brannten, stachelte ein Redner auf der Kundgebungsb?hne die militante Szene noch mit klaren Worten auf: Wir m?ssen den Krieg in diese Demonstration reintragen. Mit friedlichen Mitteln erreichen wir nichts.

F?r diejenigen, die die Kundgebung live auf Phoenix verfolgt haben, mag dies seltsam klingen - hat dies doch keiner der Redner gesagt. Besinnt man sich indes auf die spiegeltypischen ?bersetzungschwierigkeiten, wird einem so einiges klar. SPON meinte die Rede des philippinischen Globalisierungskritiker Walden Bello - Tr?ger des alternativen Nobelpreises. Nat?rlich hat er nicht die Worte ge?u?ert, die SPON ihm unterschieben will, sondern in einem vern?nftigen Ton Kritik an der Vermeidung des Themas Irak-Krieg beim G8-Gipfel ge?bt:

We have to bring the war right into this meeting - because without peace there can be no justice.

Helmut formuliert das etwas rustikaler:

Wenn ich die Nachrichten bei SpOn angucke und das mit der Realit?t in Rostock abgleiche kommt mir das kotzen. Ehrlich. Sowas nennt sich Journalismus.

[nachtrag] spOn hat eine Korrekturmeldung dazugepackt. Das Zitat stammt von der dpa.