Sicherheitskommentar

Hans-Ulrich Jörges kommentiert den Sicherheitswahn in einem Audio-Kommentar, bei Stern.de, hier das Transskript:

Die Polizei nimmt Geruchsproben von G8 Gegnern, was ist eigentlich los in dem Land? Natürlich erinnert das an Stasimethoden, die Stasi hat das erfunden und das kann man heute in einem Stasimuseum auch noch besichtigen: da stehen diese Geruchsproben noch rum! Für mich spricht daraus der monströse Wahn einer Diktatur. Und dass in einem demokratischen System Verantwortungsträger das nicht erkennen, welche Paralleleln sie da herstellen, das macht mich bestürzt.

Ich hab den Eindruck, dass die Sicherheitsorgane dabei sind durchzudrehen, jedenfalls knallen immer mehr Sicherungen durch: Terrorvorwürfe, Razzien, ein erschreckender Metallzaun um Heiligendamm herum gezogen, kilometerweite Sicherheitszonen, Kriegsschiffe auf der See, Straßensperren und nun auch noch Geruchsproben gegen Demonstranten. Es wird nun Zeit für einen Aufstand gegen den Sicherheitswahn.

Der Staat selbst liefert doch das Feindbild Staat - und zwar auf die schönste Weise mit den schönsten Begründungen, siehe Geruchsproben und Stasierinnerungen. Man riecht das ja, um im Bild zu bleiben, was sich da anbahnt auf staatlicher Seite. Diesen durchgeknallten Staat müssen wir verhindern und dem müssen wir als Medien auch Grenzen setzen. Ich bin jedenfalls dazu entschlossen.

Er hat zwar die Post vergessen, der Hans-Ulrich, ansonsten unterschreibe ich das aber komplett.

(via)