Digg Dug

03.05.2007 Misc #Copyright

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Früher gab es auf dem Atari 2600 ein Spiel namens Dig Dug. Aber zum Thema, wer nicht unter einem Stein lebt, kennt die Geschichte: Digg ist eine Website, auf der User Artikel posten und „diggen“ können. Je mehr Diggs, desto prominenter das ganze. Dort wurde ein Artikel mit einem (illegalen) Code gepostet, mit dem man eine HD DVD knacken kann. Digg bekommt sowas wie eine Abmahnung, löscht den Artikel und als rauskommt, dass es einen Deal zwischen Digg und einem HD-DVD-Dingsbums gibt, drehen alle durch, posten hunderte Artikel mit dem Code auf Digg, diggen alle Artikel auf die Startseite, die Kuh fliegt und durchbricht dabei die Schallmauer.

Was ich nicht wirklich verstehe, warum alle so ratlos sind? Die Schwarmintelligenz, die sich hier zeigt, hat vor allem einen unumstößlichen Wert, dem sie folgt und dem sie huldigt: die bedingungslose Freiheit der Information. Digg ist letztenendes ein Werkzeug dafür und wie Scaramouch ganz richtig bemerkt:

Realizing that if your product is based on open conversation, trying to control that conversation is a death knell.

Sollte Digg an dieser Geschichte ersticken, nun. P2P ist durch den Untergang des original Napsters auch nicht gestorben. Die Technik ist da, ob nun bei Digg oder woanders. Kevin (der Digg-Erfinder) ist jetzt schon eine Legende und wird, Prozess hin oder her (falls es überhaupt zu einem kommt, ich wäre mir da nicht so sicher), als Gewinner aus der Geschichte hervorgehen. Die Geschichte ist ein Lehrstück für die alten Dinosaurier: ihr könnt Information nicht kontrollieren, es gibt sie bereits als T-Shirt!

Anderes Beispiel: Pandorra läuft außerhalb der USA nicht mehr, ausländische IPs werden gesperrt. Wieviele Tricks gibt es, das auszuhebeln? 2364? Restriktionen und Digitales gehen nicht zusammen, kapiert das endlich. Ihr kriminalisiert nur Millionen von Usern wegen Lizenzen. Das Urheberrecht ist die neue Bastille.