Murphy

24.04.2007 Misc #Storys

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Wenn man so im Zug sitzt, die Durchsage: "Wegen Personenschadens verzögert sich die Fahrt auf unbestimmte Zeit" eben grade verhallt ist, dann hat man zwei Möglichkeiten. Man sitzt die Zeit aus und genießt die Aussicht auf den Bahnsteig, auf dem die Verlorenen mit den Wartenden auf Augenhöhe rumstehen. Oder man holt sich ein Bier.

Nun ist es natürlich ein Risiko, in solch einer Situation auszusteigen, könnte doch die unbestimmte Wartezeit just dann zu Ende sein, wenn man grade sein Becks bezahlt und man daraufhin dem eben noch fahrtbehinderten Zug auf den wegrollenden Hintern schauen muss. Dann heißt es: Ruhe bewahren und einen kleinen Text darüber schreiben, wie die Bahn mich nun innerhalb von nur wenigen Tagen schon das zweite mal kräftig veralbert hat.

Nun bin ich kein Freund des allgemein beliebten Bahn-Bashings. Einer korpulenten Dame, die sich eines Morgens beschwerte, dass in so einer S-Bahn keine Toilette vorzufinden sei, erwiderte ich: dann hocken sie sich doch nebens Gleis, da läufts genauso gut. Fand sie nicht witzig, aber hielt sie die Klappe.

Immerhin: ich habe mein Bier, ich fahre nach Hause und habe genug Zeit, um das aufzuschreiben, was ja auch was ist und ich danke der Bahn für die Gelegenheit, diese Banalitäten hier präsentieren zu dürfen. Wie oft kann man der Bahn denn schon danken? Na also!