Arctic Monkeys - Favourite Worst Nightmare

arctcs.jpgEndlich. Der Nachfolger zur Sensation des letzten Jahres. Man ist ja schon ein wenig ängstlich, wenn man die ersten Töne hört, aber zum Glück ist der erste Track dann auch die Knallersingle "Brianstorm", die hat man ja schon für gut befunden. Aber jetzt zum Rest.

"Oh oh!" denkt man so beim ersten durchhören. Irgendwie fehlt da was. Sicher, es gibt die brillanten Momente, die Arschtreter und Turners Stimme wird wieder durch den Verzerrer gejagt, dass es kracht. Dennoch: irgendwie. Beim zweiten Durchhören fällt einem dann Komplexität des Songwriting auf und die muss man auch erstmal durchsteigen und dann, irgendwann beim dritten oder vierten Durchgang, da packt es Dich und tritt Dir in den Hintern das es eine wahre Freude ist.

"Favourite Worst Nightmare" ist durchaus so gut wie das erste Album, auch wenn die Sensation diesmal etwas weniger groß ausfällt und ein Brecher wie "All you people are vampires" nicht drauf ist. Das macht aber nix, denn dafür ist "Brianstorm" einfach irre gut, "Ballaclava" so tanzbar wie "Dancing Shoes" und diesmal gibt es sogar zwei "Mardy Bum"s. Und mit "If You Were There, Beware" zeigen sie der kompletten Emo-Fraktion wie dasgeht mit dem Laut-Leise-Laut-Dingsbums und bauen dabei noch einen beatlesken Break ein, hach.

Am Ende: ein wunderbares zweites Album einer Band, deren Dringlichkeit einem hingerotzten Selbstbewusstsein gewichen ist, und das zu Recht. Es wird zwar nicht auf dem ersten Platz der Jahresendcharts stehen, denn sowohl Arcade Fire als auch The Good, the Bad and the Queen haben außergewöhnlichere Alben abgeliefert. Aber in den Top Ten werden sie stehen, denn dieses Album ist hart, melodisch und mitreißend.

Ich weiß noch, wie der mittlerweile ausgeschiedene Basser Andy Nicholson beim Konzert in Frankfurt im letzten Jahr vor 500 Leuten Alex Turner ansah und die Faust ballte, als der Laden komplett ausrastete. Nun, er hat Recht behalten mit dieser Faust und dieses großartige Album beweist es.