Wannengedanken

09.04.2007 Misc #Storys

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Wenn man so montag abends in der Wanne liegt, da kommen einem ja allerhand dumme Gedanken. Die wirbeln wie wild und selbst wenn man dabei ein Buch liest, formuliert man ständig irgendwelche Blogtexte, einer besser als der andere. Das Blöde an der Sache: beim Abtrocknen vergisst man das meiste wieder und deshalb tippe ich jetzt einfach etwas anderes. Immerhin hat es auch mit der Badewanne zu tun, was ja schonmal etwas ist.

Ich hatte mal einen Kumpel, der ging nicht nur zur Maniküre, was ja schon schlimm genug war, nee, der ging auch noch zur Pediküre, wo einem blondierte Frauen mit kiloschweren Ohrringen die Fußzehen abwetzen. Der Typ war übrigens ins keinster Weise schwul oder so, auch wenn er der erste von uns war, der Hemden getragen und bei H&M gejobbt hat. Ganz im Gegenteil: wahrscheinlich hat er wegen der ganzen Hemd-Mani-Pediküren-Dingsbums mit Yvonne geschlafen und ich nicht, aber ich verzeihe ihr das. Im übrigen war er der Kumpel mit der UFO-Geschichte - und wenn man gemeinsam ein UFO gesehen hat, dann gönnt man sich einiges. Sogar wunderschöne Yvonnes.

Derselbe Kumpel hat heute in seinem Xing-Teil übrigens ein schickes Bild mit einem echten Business-Anzug und einem unechten Business-Lächeln, wobei mir einfällt, dass es insgesamt wohl drei Sorten Menschen gibt. Es gibt die, die nehmen irgendein stinknormales Foto für ihr Xing-Teil, und es gibt welche, die machen damit irgendetwas kreatives. Und es gibt welche, die lassen sich dafür fotografieren. Weil, für die Bewerbung macht man eben auch Bewerbungsfotos und das sind welche, die den Grad der eigenen Verkommenheit hinter einem Riesenlächeln verbergen müssen. Ganz schön anstrengend für die Fotos, aber das ist den Abgelichteten ja egal.

Ich finde meine Verkommenheit grade richtig und deshalb halte ich mir in meinem Xing-Teil auch eine Banane-Dose an den Kopf, damit das jeder merkt. Bananen-Dosen sind entgegen allen Vorurteilen sehr praktisch, damit man Bananen in einer Tasche tranportieren kann, ohne sie zu zermatschen. Man muss ohnehin mehr für die Bananen dieser Welt tun, denen geht es mittlerweile viel zu schlecht und sie laufen erst gelb an und dann werden sie schwarz vor Neid, wenn sie sehen, wie gut es den ganzen Orangen und Birnen geht. Aber zurück zu den Köpfen.

Mit den Köpfen, das ist ja dann nämlich auch so eine Sache. Wenn man in der Badewanne liegt, dann ist ja der Kopf der einzige Körperteil, der einigermaßen kühl bleibt, wenn man da in der heißen Plörre liegt, die langsam abkühlt, während man sich am Sack krault. Vielleicht kommen einem deshalb so irre Ideen nach einer Weile, wie die, dass sich Fußnägel - in Wasser ganz langsam aufgeweicht - doch viel besser entfernen lassen. Gedacht, getan, und dass mir keine Meckereien oder "Iiiiih"-Rufe kommen, ich erledige meine Körperhygiene, wo es mir grade passt.

Nur sollte man sich die Fußnägel erst am Ende der Badewannen-Session entfernen. Denn man spart sich damit nicht nur die Petiküre! Entfernt man sich die Fußnägel gleich zu Beginn, dann kann es durchaus sein, dass so ein abgetrennter Fußnagel den Weg in die Arschritze findet, was ja auch eher unangenehm ist und man deshalb flugs aus der Wanne steigen muss, kaum dass man darin Platz genommen hat. Und das wäre doch eine ziemliche Wasserverschwendung, auch wenn man sich die Kohle für die Pediküre von einer blondierte Frau mit kiloschweren Ohrringen gespart hätte.