Der letzte König von Schottland

09.04.2007 Misc Movies #Review

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scott.jpgIch muss mich ja grade ein wenig ärgern. Dieser Film ist bei Batzman noch viel zu gut weggekommen. Da taumelt also so ein Jüngelchen durch das zerfallende Uganda, regiert von dem, von Forest Whitaker zugegebenermaßen sehr gut gespielt, irren Präsidenten Idi Amin. So so. Zunächst ist der Film natürlich komplett vorhersehbar. Leider bietet er aber auch sonst nur Hollywood-Schmorenz, den man genau so erwartet hat.

Letztenendes erzählt der Film nur die Sichtweise eines weißen Buben, der naiverweise in dem ganzen Schlamassel gelandet ist und ach so schockiert ist von den Ereignissen. Und der Gore-Effekt bei 1:36h mitsamt Rumkotzerei setzt dem ganzen noch die Krone auf, als ob man hier ein schockierendes Kinoerlebnis vorliegen hätte, dabei ist es nur die Vortäuschung des Grauens oder historischer Auseinandersetzung. Der Film ertrinkt in filmischen Allgemeinplätzen ist obendrein noch langweilig und platt erzählt.

Ich meine, der Film ist okay, wenn man nichts weiteres als die Standard-Hollywood-Nummer erwartet, was ja auch oft hinhaut. "Schindlers Liste" funktioniert, weil er menschliche Wärme ausstrahlt. "The Last King of Scottland" strahlt dagegen nur die Belanglosigkeit einer Reißbrett-Produktion aus - ja meine Güte, Idi Amin furzt? Hahaha, ist das lustig! - und macht am Ende einen auf Drama, obwohl nichts an einem Film dramatisch ist, dessen Ende man komplett vorhersehen kann.

Das einzige, was diesem Film noch rausreißt, ist die sehr gute Schauspielleistung von Whitaker, der Idi Amin facettenreich, bis auf eine Szene furzlos darstellt und dabei immer dieses Fünkchen Wahnsinn durchblitzen lässt. Ansonsten ist es aber ein Werk von der Stange. Und jetzt warte ich immer noch auf einen ernsthaften Film über afrikanische Regime.