Fantasy

Ja, ich weiß, die Welt, Springer, böse und so. Egal. Dieses Interview mit Guillermo del Toro ("Pans Labyrinth") läßt einem das Herz aufgehen...

Als Kind musst du keine Wachstumshormone einnehmen, du wächst ohnehin. Bei den Erwachsenen dagegen verkalken nicht nur die Adern, sondern auch die Seelen. Sie sind gegen Magie immun, denn sie werden von der Welt geknechtet. Das einzige, wovon sie noch träumen sind der nächste Gehaltsscheck oder im besten Fall ein Glas Whisky zum Zubettgehen. Sobald du anfängst, als Erwachsener zu funktionieren, verschwindet der Glanz einer Welt voll Spiritualität und Zauber. Wir glauben, die Wirklichkeit sei mächtiger als unsere Vorstellungskraft. Für eine solche Haltung sind Fantasiegeschichten das perfekte Gegengift.

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Fantasy ist keine Flucht. Sie ist eine Sprache, in der man die Welt besser verstehen kann. Das Mädchen flieht nicht, sondern begreift, wie es leben will. Sie lernt die Welt kennen, aber sie weigert sich, sie so zu akzeptieren. Sie gebärt sich selbst in einer Realität, an die sie glaubt.

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Ich glaube, dass wir Schmerz brauchen, um als Person wachsen zu können. Wir unterliegen der irrigen Vorstellung, dass wir ihn vermeiden sollten. Aber man sollte sich mit Schmerz genauso auseinandersetzen wie mit angenehmen Erfahrungen. Das bedeutet freilich nicht, dass wir ihn suchen sollten --die Welt beschert uns ohnehin genug davon.