Ein Scherz Herz für Schlämmer

Meine Güte, sich über das Schlämmerblog zu echauffieren, das ist genauso, wie sich über Plakatwände aufregen. Natürlich kann man darüber streiten, ob Werbung die Städte verschandelt und natürlich kann man darüber streiten, ob das Schlämmerblog nur blöde PR-Kacke ist. Was sie ist. Aber so zu tun, als ob da jetzt jemand den heiligen Gral geklaut hätte, das ist wirklich kindisch. Für mich war es von Anfang an klar, dass das eine Werbeaktion ist. Auch wenn es nicht dabeistand. Das nenne ich Medienkompetenz.

Glaubt wirklich jemand, der Kerkeling hackt da selbst irgendwelche Texte ins Netz? Das ist irgendein BWL-Vogel, der bei der zuständigen Agentur sein prekäres Praktikum absitzt. Dieses ganze Geblubber geht mir aber anständig auf den Senkel. Ich verlinke lieber weiterhin munter Banksy-Aktionen oder das Wooster Collective. Damit mache ich unmissverständlich klar, wo ich stehe. Ich finde das Schlämmerblog ebenfalls dämmliches PR-Rumgemache, aber wenn man das doof findet, dann muss man konsequent sein.

Man kann nicht für ein Wii-Blog (das dann auch einfach so in die ewigen Jagdgründe geschossen wird - und ich schicke Johnny immer noch Links) schreiben und andererseits das Schlämmerblog verdammen. Entweder, oder. Ich finde es einigermaßen bigott, einerseits für ein Werbe-Blog zu schreiben, andererseits aber ein Werbe-Blog zu verdammen. Und da kommt dann wieder der Geschmack dazu.

Mir persönlich geht Schlämmer am Arsch vorbei. Ich finde den weder unlustig noch lustig. Ich finde Hape egal. Hanni war toll, Schlämmer war schlämmer, das Rumgehacke ist aber auch schlämmer. Und am Ende hat dann der Fonsi Recht wenn er schreibt:

Macht dann Didi Hallervorden den Pilotenschein, führt die Brautschule ein Tagebuch, und ändert das irgendwas an den Problemen der Medien und der Werbung, weiterhin an die Zielgruppen ranzukommen? Keine Ahnung.

Aber es ändert nichts an den Blogs.

[nachtrag] Das Wii-Blog ist nur umgezogen. Sorry nochmal für die harschen Worte an Malte. Manchmal gehen meine derben Worte mit mir durch. „Bigott“ ist zu hart, „mit zweierlei Maß“ trifft es eher.