Zukunft

Mitte der Achtziger sprach Stephen King einen PR-Spruch zu Clive Barkers "Hellraiser", der Satz lautete: "Ich habe die Zukunft des Horrors gesehen" oder so ähnlich. Nun, die Zukunft des Horrors scheinen derzeit seelenlose Quäl-Filmchen zu sein, die mit der erzählerischen Kraft von "Hellraiser" soviel zu tun haben, wie ein platter Käfer auf der Windschutzscheibe mit einem Wolfsrudel in der Oberlausitz.

Mitte der Neunziger stand ich so in einem Plattenladen rum und fachsimpelte mit einem Verkäufer über die Do's und Don'ts des Deejayhandwerks ("Auslaufen lassen geht gar nicht" vs. "30 Sekunden Mixing"), da legte ein Hansel eine Platte eines superöstereichischen Underground-Labels auf, limitiert auf 2 Stück - höchstens! -, es kamen ein paar Plönkses aus den Boxen und stolz erklärte Hansel vor dem Mischpult, DAS sei einhundertprozentig die Zukunft der Musik. Nun ja. Wenige Jahre später hörte ich die Strokes und Queens of the Stone Age.

Genausogerne würde ich hier nun sagen: Software wie Songbird (Achtung, die Entwicklerversion hat mir jüngst die Festplatte zugemüllt) und Democracy sind einhundertprozentig die Zukunft der Content-Wiedergabe, befürchte aber, dass alles genauso einhundertprozentig völlig anders kommen wird.