Die Angst des Bloggers vor dem leeren Textfeld

12.02.2007 Misc #Blogs #Storys

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Da sitzt Du wieder vor der Kiste und starrst ins Leere, guckst in die Röhre, denken tust Du nichts dabei. Nein, falsch. Du denkst: Komm schon. Mach schon. Da ist doch was drin. Du machst das jetzt immerhin fast 2 Jahre und hast es in deinem Dings auch zu was gebracht, die Leute warten, wollen Feuer. "René, schreib endlich einen neuen Blogeintrag." Ja doch.

Und du guckst auf das Textfeld und es passiert: nichts. Verzweifelt schaust Du den Feedreader durch, auch nur Schrott. Deine Hände schweben seit zwei Stunden über der Tastatur, nur tippen wollen sie nichts. Das war auch schonmal anders. Aber jetzt ist alles gesagt, die Anekdoten von damals, Deine Meinung zu allem und wiederholen, dass willst Du Dich nicht. Und deshalb schließt Du unzufrieden das Fenster, holst Dir ein Bier und siehst noch ein wenig fern. Chattest, schreibst E-Mails.

Am nächsten Morgen sitzt Du im Zug, hörst tolle Musik, scheißt auf Erwartungen und auf einmal küßt sie Dich, die Muse. Dein Gehirn rattert und formuliert einen Text, einfach so. Du kannst gar nichts dagegen machen. Das liegt wahrscheinlich daran, dass die Frau mit dem tollen Hintern wieder da ist und sie liest schon wieder Bild-Zeitung. Ich denke, ich muss ihr das mal erklären, mit der Bild und dem Blog. Und während sie auf zu große Buchstaben starrt packe ich das Notebook aus und fange an zu tippen, denn wenn ich das jetzt nicht schreibe, dann schreibe ich es nie mehr.

Am Ende fügst Du noch ein paar verdammte verfickte Kraftausdrücke ein und veröffentlichst diese vier Absätze. Scheiß darauf, was Leser erwarten, ich schreibe für mich, nur so kann es gehen und nur so geht es auch.