On the Internet, everyone knows, you are René

Raubkopieren ist wie Kinderporno und Google macht in China einen super Job.

Schon damals wurde kritisiert, dass die Musikindustrie zum Schutz der Produkte sich mit der Strategie von Regimen gemein macht, die eine "digitale Mauer" um ihre Länder erreichten, um ihre Internetbenutzer daran zu hindern, an unerwünschte Informationen heranzukommen. Jetzt zieht IFPI-Chef John Kennedy ganz explizit diese Analogie heran, um Internetprovider unter Druck zu stellen. Als Beispiel dient Kennedy der Fall Google in China, der nun als vorbildlich herausgestellt wird, wenn es dem Geschäft dient.

Ich muss mir zu dem Thema wohl mal wieder was längeres aus den Rippen leiern. Das Thema geht für mich in zwei Richtungen. Die digitale Verteilung von urheberrechtlich geschützten Werken wird man nicht verhindern können, nicht mit DRM, nicht mit Kopierschutz, gar nicht. Außer, man geht den Weg der Totalüberwachung der Datenübertragungen beim ISP und Lockerung des Datenschutzes bei Urheberrechtsverstößen. Und das, so fürchte ich, wird kommen in den nächsten Jahren, da bin ich ganz pragmatisch. Die Lobby der Musikindustrie ist zu stark und die Piratenpartei (noch) zu schwach, um dem vernünftige Argumente entgegensetzen zu können.

Und was heißt hier Lockerung des Datenschutzes. Ich denke, ein großes Thema im Netz der nächsten Jahre wird Identität sein, das ist nicht neu, eigentlich sogar ein alter Hut. "On the Internet nobody knows you're a dog", sehr lange wird dieser Satz nicht mehr gelten. In naher Zukunft wird es heißen:

"On the Internet everyone knows, you're René" und dann werden Anonymitäts-Tools für Heinz-Normalsurfer sehr relevant werden und verboten. Denke ich, so als Nicht-Techniker. Nur eins, zwei Gedanken, völlig unfundiert und aus der Luft gegriffen.