Eine Geschichte von unfassbarem Glück

19.01.2007 Misc #Drugs #Storys

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Eine kurze Geschichte von unendlichem Glück, ohne großen Schnickschnack. Schnickschnack ist übrigens mein neues Lieblingswort, aber das ist ja jetzt auch schon wieder Schnickschnack.

Vor mehr als 10 Jahren fuhren wir - der F, der S, die M und ich - ins Easy, eine furchtbare Großraumdisse in Limburg mit nur mittelmäßiger Musik, aber wie das eben so ist, bei der Clubauswahl geht es durchaus demokratisch zu. Also ins Easy. Im Gepäck: eine Bong, fünf Gramm Shit und ein paar Pillen.

Vor der Hinfahrt, währen der Hinfahrt: bisschen kicken lassen und wieder runterholen, das übliche eben. Drinnen dann bisschen rumhopsen, noch mehr kicken lassen, ohne sich wieder runterzuholen. Der aufmerksame Leser errät: das übliche eben.

Nach der Sause fuhren wir vom Parkplatz runter, da meint der F von seinem Beifahrersitz so: Jetz erstmal auf der Parkplatz vor der Autobahnauffahrt und ne Bong ziehen. Ihr wisst schon: zum runterkommen. Ich steuerte also das Gef?�hrt, der silberne Opel Kadett meiner Eltern, auf besagten Parkplatz, w?�hrend F die Mischung vorbereitete und eine Kippe aufbr??selte. S knutscht auf der R?�ckbank mit M, meinen Gl?�ckwunsch, das war sein Ziel heute Abend.

Als ich nach links aus dem Fenster Blicke, schaue ich in das grimmige Gesicht eines Polizisten.

Kurze dramaturgische Pause...

Hektik. F sch?�ttet den abgefakelten Tabak ins Handschuhfach, versteckt die Bong unter dem Sitz, es klopft an meine Scheibe, auf Fs Seite wird mit der Taschenlampe hereingeleuchtet. Wie nett, zus?�tzliches Licht kann man immer gut gebrauchen. S knutscht nicht mehr mit M, warum auch immer.

"F?�hrerschein, Fahrzeugschein, bitte aussteigen"
Bittesch??n, Bittesch??n, mach ich doch gern.
Die taschenbelampte Polizist sucht im Auto herum und findet selbstverst?�ndlich die Bong.

"Naaa? Was haben wir denn hier?"
"Eine... Wasserpfeife?"
"Haben Sie irgendwelche Drogen dabei?"
"Aber selbstverst?�ndlich nicht, wir rauchen damit nur Tabak!"
"Machense mal ihre Taschen leer."

Ich mache meine Taschen leer, hab aber nix, S macht seine Taschen leer, hat aber auch nix, M macht ihre Taschen leer, hat aber ebenfalls nix.

F. F hat den Fuffi einstecken, von dem jetzt noch circa 2 Gramm ?�brig sind und die sich zu diesem Zeitpunkt in seiner linken Hosentasche befinden. F schwitzt.

F macht seine Taschen "leer", hat aber nur Kleingeld. Der Polizist tastet seine Taschen ab und f?�hlt den Zwanni. "Da ist doch noch was drin..." F kramt in der Tasche rum zieht seine Hand halb raus und l?�sst sein Kleingeld fallen, b?�ckt sich und wirft dabei den Zwanni in die B?�sche. Ich sehe es, S sieht es, M sieht es. Die Polizisten sehen es nicht.

F schwitzt nicht mehr, F grinst, die Polizisten sind eher verwundert, wo denn der Brocken hingekommen sein k??nnte, den sie eben noch in der Tasche gef?�hlt haben. Den Kofferraum soll ich aufmachen. Schei?�e, jetzt werden sie die Leiche entdecken. Kleiner Scherz.

Die Polizisten suchen noch ein bi?�chen im Auto rum, finden aber nix. Gibt ja auch nix mehr zu finden. "Warten Sie hier..." sagen sie und trollen sich zu ihrem Gr?�n-Wei?�en, funken ein bi?�chen was. Wir schauen uns an, geben uns mit ?�ber die Stirn wischenden Gesten gegenseitig zu verstehen, was f?�r ein Schwein wir da eben haben.

Der eine Polizist kommt, gibt mir meine Papiere mit den Worten: "Sie k??nnen weiterfahren."

Wir steigen ein und fahren vor dem Polizeiauto vom Parkplatz, das uns noch bis zur Auffahrt folgt und als wir auf die Autobahn einbogen Gas gibt. Wir freuen uns, wie die Kinder, aber nicht lang, denn wir haben kein Shit mehr. Shit. "Wir k??nnen ja nochmal zur?�ckfahren und suchen..."

D?�mlicher Vorschlag, das Zeug liegt irgendwo zwischen B?�umen und B?�schen, das finden wir nie mehr. Wir haben aber nix zu rauchen und deshalb: fahre ich an der n?�chsten Ausfahrt raus und zur?�ck zum Parkplatz. F und S und Ich steigen aus, suchen genau 5 Sekunden als F sich b?�ckt und ein leises "Yes!" haucht.

Zur?�ck. Ins Auto. Auf die Autobahn. F stopft eine Pfeife und gibts sie mir: "Zieh, Alter. Soviel Gl?�ck haben wir nie wieder."

Recht hat er behalten, und deshalb war das eine Geschichte von unfassbarem Gl?�ck.