GEMA, geht's noch?

Die GEMA hat eine einstweilige Verfügung gegen Rapidshare erwirkt, weil:

Insbesondere der Dienst www.rapidshare.de hatte zeitweise damit geworben, aus seinen Speichern seien 15 Millionen Dateien abrufbar. Eine Lizenz hierfür wurde aber bei der GEMA nicht erworben.

Jetzt also auch GEMA-Gebühren für das Versenden von Dateien? Wenn ich also eine Excell-Tabelle per Rapidshare verschicke (was zwar Blödsinn ist, aber auch nur ein Beispiel), dann will die GEMA dafür Lizenzen? Ich glaube kaum, dass diese Argumentation Bestand hat. Selbst ein Versand einer MP3-Datei ist noch keine Sendung, oder etwas doch?

Da kommt noch was auch uns zu, Kinners...

Dr. Harald Heker, Vorstandsvorsitzender der GEMA: "Diese Entscheidungen sind auch für den künftigen Umgang mit Web 2.0-Diensten wie YouTube und MySpace von großer Bedeutung. Sie zeigen, dass die bloße Abwälzung der Nutzungshandlungen auf die Nutzer und die angebliche Unkontrollierbarkeit der Inhalte den Dienstbetreiber nicht von seiner urheberrechtlichen Verantwortlichkeit für die auf seiner Webseite zum Abruf gestellten Inhalte entheben."

Während man sich also in Amerika mit den Labels einigen kann, funkt bei uns die Behörde dazwischen. Wenn eines Tages Youtube nicht mehr erreichbar sein sollte, weil die GEMA ihren Holzkopf aus dem 20. Jahrhundert durchsetzen will, dann geh ich auf die Barrikaden oder wie es Jules Winfield in Pulp Fiction so schön sagt: "Jedesmal wenn meine Finger Gehirn berühren bin ich Superfly TNT, werd ich zu den Kanonen von Navarone!"

Der Kampf gegen Windmühlen, ein immer noch beliebtes Hobby bei Rechteverwertern- und -verwaltern, wie mir scheint.

(via)

[nachtrag] Wie ich unlängst in den Kommentaren an der Spree darauf hingewiesen wurde, liegt es durchaus im Kompetenzfeld der GEMA, die Vervielfältigung von Musik zu überwachen und die so entstandenen Einnahmen an die Künstler abzuführen. In wie weit das gerecht verläuft ist erstmal egal, mir ging es darum, dass die GEMA keine Kompetenz in der Datenverteilung hat. Dem ist nicht so. Und überhaupt ist die Diskussion an der Spree viel interessanter.