Quasi Schäuble

Wer sich über die zunehmende Politikmüdigkeit deutscher Bürger wundert, der muss nur hinhören, was unser Innenminister dieser Tage wieder für einen, zwar unterhaltsamen, aber immer noch gänzlich unterirdischen Schwachsinn verzapft.

Mit seinem Luftsicherheitsgesetzt, nachdem von Terroristen entführte Passagierflugzeuge abgeschossen werden dürften, ist er schon einmal beim Verfassungsgericht gescheitert - zurecht. Die Würde des Menschen ist unantastbar, das weiß das Grundgesetz und die Verfassungsrichter begründeten damit das Abwinken in Richtung Innenminister.

Der widerum jetzt am Grundgesetz selbst rumdoktorn will. Ein "Quasi-Verteidigungsfall" soll da rein, neben dem Verteidigungsfall. Quasi, also irgendwie nicht so richtig, aber dann doch irgendwie schon. Ja wie nun? Sieht Schäuble die Entscheidung des Verfassungsgerichts nur als Quasi-Entscheidung? Und haben wir etwa nur ein Quasi-Grundgesetz, das nur so lange gilt, wie das Verfassungsgericht Schäubles Pläne durchwinkt?

Demnächst dann auch im Programm: das Quasi-Arbeitslosengeld. "Ihr Geld bekommen Sie schon, nur irgendwie nicht so richtig, dann aber doch, wir wissen es auch nicht so genau." Letztes Jahr hatten wir ja schon eine Quasi-Gesundheitsreform. Vielleicht doch nicht so dumm, der Schäuble.

Leider ist Schäuble kein Quasi-Innenminister, sondern ein richtiger, dafür aber mit Quasi-Ahnung. Einen Quasi-Verteidigungsfall haben wir dank ihm immerhin schon lange seit den Neuwahlen. Also, so irgendwie. Aber nicht so richtig.