Todesstrafe

Ich bin gegen die Todesstrafe. Wer das oder das noch nicht gelesen hat, der soll sich eben diesen Text hier durchlesen.

So sehr ich es auch verstehen kann, man muss sich schließlich nur einmal in die Rolle eines Familienvaters hineinversetzen, der wegen der Triebe eines Arschlochs Einzelnen seine Tochter verlor, oder gleich seine ganze Familie, oder sein eigenes Leben, wie schnell pflichtete man einem solchen Satz bei:

Dieses kranke Arschloch, ich bin froh, dass es endlich hängt.

Doch so einfach ist es leider nicht. Wie wir seit Urzeiten wissen, bringen solche Racheaktionen die geliebten Menschen leider nicht zurück. Wie sollten sie auch, der Tod ist Schicksal und von niemandem auf der Welt vorhersehbar, ganz egal was einem Esoteriktanten auf Neun Live erzählen wollen. Und auch wenn dieses Sterben von einem Menschen herbeigeführt wurde, einem Menschen der dingfest und haftbar gemacht werden konnte, so erhebt das niemanden zur Entscheidung über dessen Lebensrecht.

Denn das Lebensrecht jedes Menschen ergibt sich weder aus Justizia noch der Gesellschaft, sondern nur aus der Natur selbst, aus der Physis. Man stirbt, wenn man stirbt, und nicht, wenn ein paar Menschen oder schlimmer, eine Institution, das so einrichten. So mein Wunschdenken.

Die Hinrichtung Saddam Husseins wird den Irak kein Stück weiterbringen, so wie es die texanisch geprägte US-Regierung behauptet, ganz im Gegenteil. Sie ist weiterer Beton, der unmenschliche und barbarische, mittelalterliche Denkweisen in der Region zementiert und sie wird einen Modernisierungsprozess in der Region auf lange Zeit verhindern, denn diese hastige Hinrichtung vermeidet vor allem eine Auseinandersetzung mit den Gräueln, die Saddam Hussein zweifelsohne angerichtet hat. Hauptsache: weg damit. Aus den Augen, aus dem Sinn. Not.

Und ganz und gar ekelhaft ist es, wie diese Hinrichtung medial sowohl von den Richtern als auch von den Aasgeiern ausgeschlachtet wird.

Fotostrecke: Saddams Hinrichtung

Zitat aus spOn.

Da wird mir ganz übel. Saddam hängt, und viele werden wieder ihre AKs in die Luft recken, damit das Spiel von vorne beginnt.