Combots steht nicht so sehr auf Meinungsfreiheit, glaube ich...

06.12.2006 Misc #Legal

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Jetzt hat's Batz auch erwischt. Er muss zwar nichts bezahlen und wurde nur "angemahnt", wie er er ausdrückt. Ich bezeichne das als eine Juristenkeule aus der Rechtsabteilung eines Unternehmens, das nichts zu lachen hat.

Was hat er gemacht? Er hat in erkennbar satirischer Weise einen doch sehr euphorischen Beitrag der Deutschen Welle über Combots Gründer Greve ("Der deutsche Bill Gates") zum Anlass genommen, sich Gedankenüber die Entstehung des Beitrags zu machen. Mit durchaus batzigen Worten ("Wem muß man bei der Deutschen Welle eigentlich einen blasen gut zureden, damit ein derartig unkritischer Werbebeitrag über die eigene Firma erscheint?"). So what. Da haben sich andere in viel härteren Worten ausgedrückt ("Combots must die harder").

Combots ist ein Instant Messenger für Geld mit Avataren, so kurz kann man das zusammenfassen. Doofe Idee und bezahlen muss man nicht nur für die lizensierten Avatare sondern auch für Gesten ("Emotionen"), die die 3D-Dinger da ausführen sollen. Warum ich für Skype und ICQ jetzt Geld bezahlen soll, nur für dämliche Word-Büroklammer-Hampelfiguren weiß ich auch nicht, also genau richtig für die Jamba-Generation und findet genau deshalb seinen Markt.

Das Ergebnis der tollen Produktpräsentation war im Juli übrigens ein Kursrutsch von 11,2%, von dem man sich bis heute nicht erholt hat. Was solls. Eine dumme Idee mehr für die Müllhalde der gescheiterten Web-Ideen.

Ansonsten folgten bei Batz ein paar harmlose Worte über den Gates-Vergleich und eine Zusammenfassung, was dieses Combots-Ding eigentlich ist, der komplette Beitrag, den Oliver mittlerweile gel??scht hat, steht am Ende dieses Artikels als Vollzitat.

Nun ist es leider so, dass sich Combots in der Vergangenheit ebenfalls nicht mit meinungsfreiheitlichem Ruhm bekleckert hat. Da werden Kritiken in der Wikipedia von Mitarbeitern gel??scht und Artikel, die über genau diese Wiki-Zensur berichten erscheinen auffällig kurz... so als ob da im Hintergrund... aber ich will da nix unterstellen. Wäre ja noch schöner.

 
 
 
 
Hier also der Artikel vom Batz, der auch von Juristen als sauber und erkennbare Satire bezeichnet wurde:

Nur mal so gefragt

Wem muß man bei der Deutschen Welle eigentlich einen blasen gut zureden, damit ein derartig unkritischer Werbebeitrag über die eigene Firma erscheint?

DW-TV über den Combots-Chef Michael Greve

Oder reicht es auch, wenn man einfach einen Koffer mit Geld beim zuständigen Redakteur vor die Tür stellt? Nur mal so gefragt.

Oder sollte die Bezeichnung "der deutsche Bill Gates" gar ironisch gemeint sein und eine höfliche Umschreibung für: sieht aus wie der mit dem die Mädchen in der Schule nie knutschen wollten, hat ne furchtbare Brille, einen fünf Euro Haarschnitt, stellt überteuerte Software mit vielen Bugs her hat und insgesamt soviel Charisma wie ein Teller Dichtungsringe.

Ich meine: Wenn man jemand als coolen Visionär darstellen will, hätte man doch bestimmt vom "deutschen Steve Jobs" geredet, oder?

PS: Wer nicht weiß was Combots ist: Laut Michael Greve ist es die Revolution des Internet und die geilste Erfindung seit runterladbaren Klingelt??nen. Andere Stimmen meinten nach dem Release der Public-Beta-Version von Combots allerdings, daß es sich dabei eher um ein gepimpten Messenger handele, bei dem man den Usern nochmal genau erklären müsse, warum er für etwas das er bei ICQ, AIM, Trillian und Co umsonst bekommt, jetzt pl??tzlich Geld zahlen soll.

CHIP über den Mickey-Maus-Messenger