Singalong no more...

30.10.2006 Misc #Storys

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Also, Kinners, so ein paar Sachen, die gehen grundsätzlich gar nicht. Die sind so absolut abstoßend und widerwärtig, da mag ich ja gar nicht mal drüber nachdenken. Aber wenn man von irgendwelchen Hannoveranerinnen dazu gezwungen wird, mit fadenscheinigen Erklärungen und tausend "Bitte Bitte"s garniert, dann kann man ja gar nicht anders, als sich durch so furchtbar ätzende Musical-Szenen zu quälen. Und ja, ich weiß, der Text gehört eigentlich den F5, aber zu Halloween das Filmblog schlechthin mit Gesangseinlagen zu verunstalten, das geht nicht. Genausowenig wie Musicals.

Denn Musicals sind per se schlecht. Das ist einfach so und das muss ich auch nicht weiter begründen, denn Tatsachen bleiben Tatsachen, die Erde ist annähernd rund, es gibt keinen Gott und Musicals sind scheiße und sie bleiben es bis zum Ende der Tonspur. Musicals sind ein überflüssigerweise übernommenes Relikt aus Zeiten, in denen die Oper noch DAS gesellschaftliche Ereignis der Saison darstellte, inklusive einer Anzeige auf dem Boulevard-Magazin Ihrer Wahl.

Nee, echt mal jetzt: Musicals gehen gar niemals nirgends! Ich meine, stellt Euch doch mal vor, die Welt wßrde in echt auch so mit Gesangseinlagen ihre Bahnen drehen. Na? Wie wär das?

Szene 1: Das Vorstellungsgespräch.

Na, Frau Bollerkamphausen-Möllerstreimich, ihre Referenzen... woraufhin Frau Bollerkamphausen-Möllerstreimich aufspringt und ihre komplette Lebensgeschichte in einer dreiminütigen Arie vorsingt, inklusive der Schwangerschaft mit 15, dem alkoholabhängigen Ex-Mann und der an Alzheimer erkrankten Mutter. Als Personalchef hätte man mit solchen Bewerberinnen glaube ich schon seine Schwierigkeiten.

Szene 2: Die Bushaltestelle

Gestresst vom alltäglichen Bohei auf der Arbeit wartet man iPod-beschallt auf die Straßenbahn, als plötzlich ein junger Mann gänzlich unmotiviert auf die Straße springt und ein Liedchen trällert vom Laub, das im Herbst auf den Boden rieselt und von der unheimlichen Unvermeidbarkeit des Ende allen Seins. Natürlich locker und fröhlich vorgetragen, als ob es die Pizza vom Vortag wäre, von der er da trällerte. Man würde den jungen Mann in einer weißen Weste gen Hopsa abholen und von ihm würde (zum Glück) niemals wieder ein Mensch hören.

Szene 3: Beim Streit um die Fernbedienung

Endlich zuhause angekommen wälzt man sich auf die Couch, nur um von der Liebsten die tägliche Dosis "Verliebt in Berlin" vorgesetzt zu bekommen. Natürlich erhebt man sich pathetisch von seinem Allerwertesten, nur um ein verzweifeltes "WARUM?"-Liedchen gen Himmel zu stemmen, worauf Madame selbstverständlich keinerlei Rücksicht nimmt und gnadenlos ihr Programm durchzieht. Egal, das Liedchen trällert man natürlich verzweifelt pathetisch zu Ende und sinkt danach in die flauschige Couch, um sich die restlichen Minuten des Seifendramas einzuverleiben.

Und nach diesen drei schrecklichen, furchtbaren, bedeutungsschwangeren Szenarios brauch ich jetz was richtiges. Was handfestes. Bommerlunder zum Beispiel. Und ein belegtes Brot mit Ei. Unbedingt!


(Youtube Direktei)