Unendlicher Erfindergeist

Wenn ich irgendwann mal das erfolgreiche Right-Through-The-Neck-Mind-Web-Connection-Plug erfunden habe, stinkreich und fett in der Karibik meinen Champagner nuckele, dann möchte ich auf keinen Fall durch eine Infektion durch eine dämliche Bakterie in der Nackenschnittstelle sterben. Lieber an einem klassischen Herzinfarkt oder vielleicht ein heimtückischer Anschlag bei Nacht, so richtig mit Schalldämpfer im Nebel und einer Kugel direkt zwischen die Augen. Das geht schön schnell, glaube ich.

Jedenfalls möchte ich nicht Opfer meiner eigenen geistigen Kinder werden, wie etwa Haman, der an dem Galgen gehängt wurde, den er selbst erfand. Oder Wan Hu, der sich selbst mit einer Rakete ins All schießen wollte. Oder William Bullock, der von seiner selbst erfundenen Druckerpresse zerquetscht wurde. Alles äußerst unangenehm und zusammengetragen in einer Wikipedia-Liste der Erfinder, die durch die eigenen Erfindungen umkamen.

Und an Schlaflosigkeit zu sterben wie Philetas von Kos, weil der über das Lügen-Paradoxon nachdachte und nachdachte, bis er sich totgedacht hatte, klingt auch nicht besonders toll.

Ehrlich gesagt, und ich habe mir darüber tatsächlich Gedanken gemacht, möchte ich überhaupt nicht sterben. Ich bin einer von den (wenigen) Menschen, die ganz gerne ewig leben würden, wenn ich denn die Wahl hätte. Natürlich nur unter der Vorraussetzung einer erträglichen körperlichen Erscheinungsform. Also, so im jetzigen Stadium wäre ganz nett, zum Beispiel. Ich würde mir schon ganz gerne anschauen, wie das Web die Gesellschaft in den nächsten 200 Jahren veründern wird, und nicht ob sondern wann wir andere Planeten besiedeln und wann wir Spuren außerirdischen Lebens nachweisen.

Doch, doch. Ich meine das ganz ernst.