Im Karate gibt es keinen ersten Angriff.

Euer Herr und Meister hat tatsächlich in seiner Teenager-Phase ein gutes halbes Jahr Karate gemacht, hat sich abgeplagt und bis zur Schmerzgrenze gedehnt, so dass es am Ende tatsächlich für den weißen Gürtel reichte. Nicht jedoch für komplexere Fußtechniken wie den Ashi Barai, dem ollen Fußfeger, oder den Mawashi Geri, dem Halbkreisfußtritt, wohl aber hatte ich den Oi Tsuki voll drauf und ich wäre echt gerne geblieben, bis ich den Tettsui Uchi, den Hammerfaustschlag, gelernt hätte. Aber mal echt: das war so scheiße anstrengend und mit Sport, damit hat's der René am Ende dann doch eher nicht. Hätte ich nur ein wenig länger durchgehalten, wäre nicht so ein verweichlichter schlaffer Sack gewesen und hätte mich aus Faulheit verpisst, wer weiß, was so alles aus mir hätte werden können. Vielleicht wäre statt diesem Weichei Van Damme ich dann in Bloodsport gegen Bolo Yeung angetreten. Den hätte ich sowas von drehbuchgerecht plattgemacht. Aber sowas von!

Tatsächlich stand es um meine Fähigkeiten im Kampfsport eher schlecht. Ganz und gar jämmerlich scheiterte ich an Liegestützen mit dem Trainer auf dem Rücken, Dehnübungen mit demselben Trainer diesmal auf den Schultern führten zwar zu lustig verzerrten Renégesichtern, nicht aber zu Erfolgen hinsichtlich der Beinbandlänge. "Nein nein", dachte ich mir, "das ist nix für Dich" und verließ das Dojo mit Karateka-Skills, die diesen hier ziemlich nahe kommen dürften und die ich bis heute kompletto verlernt haben sollte.


(Youtube Direkttsuki)