Columbine Diary

Gerade sind die Tagebücher, Schulaufsätze, Einkaufslisten, Kassenbons und Skizzen der beiden Killer des Columbine-Highschool-Massakers auf CD erschienen. Der Hammer ist: Die Typen waren recht intelligent und sind voll auf deutsche Philosophie und düsteres Deutschtum (allerdings jenseits von Nazikram!) abgefahren, haben das alles aber irgendwie in den falschen Hals bekommen!

Jedenfalls sind die Schriftstücke keinesfalls als Beweise für schlechten Medieneinfluss zu interpretieren, denn die Jungs hatten ihre Tat minutiös geplant und auch Gründe dafür. Einer schrieb sogar: "Alles ist meine Schuld. Nicht die meiner Eltern, nicht die meiner Brüder, nicht die meiner Freunde, nicht die meiner Lieblingsbands, nicht die der Computerspiele, nicht die der Medien. DIE SCHULD GEHÖRT MIR!"

Dass die (ebenfalls deutschstämmige) Industrialband "KMFDM" die Vorlage für das Massaker lieferte (das Kürzel bedeutet "Keine Macht für die Mehrheit"!), wäre jedenfalls zu kurz gegriffen. Ebenso die Bezüge zum Computerspiel "Doom" und dem Film "Natural Born Killers". Es scheint fast eher so, dass sich die beiden Schüler als radikale (Peformance-)Künstler gesehen haben. Das entschuldigt natürlich nichts, aber es ist auch ein Kopfstoß gegen alle zu einfachen Erklärungen.