Abgesoffen

06.07.2006 Misc Movies #Review

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Die gute Nachricht: Wolfgang Petersens Katastrophenfilm-Remake "Poseidon" ist nicht so schlimm, wie der Trailer vermuten ließ. Die schlechte Nachricht: Es ist trotzdem wieder eines jener Remakes, die die Welt nicht braucht!

Ja, der Film ist ziemlich spannend und gut gemacht. Aber das war das Original "Poseidon Inferno" auch schon, und weil Petersen im Prinzip nur ein modernisiertes Update davon gedreht hat, ist das Ganze leider völlig sinnlos! Schlimmer noch: Petersens Film strotzt vor Heldengehabe und heroischem Aufopferungswillen, während das Original unter anderem gerade deswegen so gut war, weil es dort um stinknormale Leute ging, die einfach nur ums Überleben kämpfen. Unvergessen die dicke Frau, die über sich selbst hinauswächst und dann an einem Herzinfarkt stirbt! Diese Rolle kommt im Remake gar nicht mehr vor - da gibt es nämlich im Prinzip nur noch fesche All-American-Heroes, die gut aussehen.

Und noch was: Zu Zeiten von "Poseidon inferno" gab es noch keine Computertricks und fast alles war quasi handgemachte Action! Was hab' ich eigentlich davon, dass der virtuelle Kameraflug um das Schiff herum am Anfang von Petersens Film ein Jahr Arbeit und Millionen Dollars verschlungen hat, wenn man es in echt beinahe ebenso gut drehen könnte bzw. es gar nicht mal unbedingt braucht? Petersens "Das Boot" ist übrigens auch ein positives Gegenbeispiel dazu!