Communities sind nicht der Weisheit letzter Schluss

Als klassisch ausgebildeter Journalist habe ich die Entwicklungen der vergangenen paar Jahre immer auch mit Skepsis betrachtet, weil Internet-Communities, Metablogs, Google, Wikipedia & Co. dem seriösen Qualitätsjournalismus nicht nur mehr und mehr das Wasser abgraben, sondern hinsichtlich der Qualitätsfrage der Inhalte und Beiträge teilweise sogar höchst bedenklich sein können.

Ich will damit Communities nicht in ihrer Funktion als pluralistische Meinungspools kritisieren, weil sie im Hinblick auf die Medien und die Politik ja durchaus auch kontrollierende und zurechtrückende Effekte haben, die letztlich sogar als demokratiestärkend eingestuft werden müssen. Es ist aber ein Riesen-Unterschied, ob Privatleute Meinungen einfach so kundtun oder ob Journalisten gut recherchierte Berichte und Kommentare schreiben - zumindest, wenn es Journalisten sind, denen ihr Berufsethos und der Pressekodex noch etwas bedeuten.

Journalismus ist nämlich ein Handwerk, das aus gutem Grund genauso von der Pike auf erlernt werden muss wie andere Fachberufe auch. Aber eben dieser Aspekt wird von den Communities zurzeit ausgehöhlt, und das ist auf lange Sicht nicht ganz ungefährlich.

Jetzt hat der Cyber-Visionär Jaron Lanier was zu diesem Thema geschrieben, was das Ganze genau auf den Punkt bringt. Der Mann hat absolut Recht, sage ich.