Danke!

20.06.2006 Misc
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Am liebsten würde ich jedem einzelnen von Euch persönlich die Hand schütteln, um den Hals fallen, Fünf geben, "Yes!" sagen. Danke! An alle, die bei einem Konzert-Lesungs-Bastard teilnehmen wollen (den Gedanken werden wir festhalten, konkrete Pläne gibt es bisher nicht). An alle die bisher gespendet haben, ein riesen fettes dickes Dankeschön, ich melde mich nochmal persönlich bei Euch. Bisher sind sensationelle 350 Euro zusammengekommen, das ist absolut überwältigend. Sollte tatsächlich der Fall eintreten und es gibt einen Überschuß, werde ich mir noch ein schickes neues Macbook kaufen diesen an eine Wohltätigkeitsorganisation spenden.

Die (von Udo Vetter's Kollegen Sascha Kremer modifizierte) Unterlassungserklärung ist unterschrieben und auf dem Weg zur Kanzlei, für die Zahlung habe ich heute morgen telefonisch eine Ratenzahlung vereinbart. Rein juristisch ist also, sofern die Kanzlei die modifizierte Erklärung akzeptiert, alles geklärt.

Deshalb jetzt mal Butter bei die Fisch: ich wusste zwar nicht ausdrücklich von der Illegalität der Tracks in den MP3-Dumps, aber Zwei und Zwei kann ich addieren. Die Tracks, die abgemahnt wurden, spielen kommerziell keine Rolle. Es ist kein Shakira oder Anastatia-Blödsinn, sondern gute, ehrliche Songs, die meisten der abgemahnten stammen zudem aus einer fernen Vergangenheit (Thomas Dolby - I scare myself... Kennt Thomas Dolby noch jemand, außer Nilz?).

Für solche Tracks 800 Euro zahlen zu müssen, weil die Rechte in irgendwelchen Konzernetagen verrotten, ist ein schlechter Witz. Hätte ich diesen Song nicht online gefunden, hätte ich ihn wohl nie wieder gehört. Aber wenn man ihn aufstöbert und Leuten vorstellt, bekommt man eine volle Breitseite abmahngeiler Anwälte vor den Latz. Der einzige Track, bei dem ich den Schaden einsehen würde, war einer vom kürzlich erschienenen Album der Band Zero7, deren erste Single grandios gefloppt ist, die also ein wenig PR gut gebrauchen könnten.

Übrigens handelte der abmahnende Anwalt wohl nicht im ausdrücklichen Auftrag der Musikindustrie. Die Labels wissen wahrscheinlich in den allermeisten Fällen gar nicht, was da in ihrem Namen veranstaltet wird. Die Labels haben Pauschalverträge mit Kanzleien, welche wiederum Gesellschaften wie die proMedia GmbH betreiben, die gezielt im Web nach Urheberrechtsverstößen fahnden. Solche Seilschaften und Bürokratie müssen zwangsläufig mit Anarchistentum und Freiheitsglaube im Web kollidieren, so eben auch hier.

Die Anwälte sehen sich natürlich auf der "guten" Seite, der Seite des Rechts und schon Robert DeNiro wusste: "Niemand steht über dem Gesetz". So auch ich nicht. Deshalb erkenne ich die Abmahnung auch als das an, was sie ist: 4 Seiten rechtlich korrekter Wischiwaschi um ein poröses Gesetz, dass sich an veralteten Strukturen orientiert. Tut mir leid Jungs, ich bin schon weiter.

(Die vielen anderen Aspekte dieser Sache beleuchtet Johnny in seinem Brief und Batz in seinem Beitrag zur GEMA)