Das Sommerloch einfach mal durchschlafen

Das wär doch mal was!

Ich brauche 7,34 Stunden Schlaf, ich hab das genau ausgemessen. Am besten schlafe ich, wenn ich um 23:57 zu Bett gehe und ohne Wecker um genau 7:29 Uhr wach werde. Dann folgen die oblogatorischen 20 Minuten herumwälzen, in denen mich meine Lebensabschnittspartnerin (wenn eine vorhanden ist) wahlweise fragt "Machst Du Kaffee?" ("Ich trinke keinen Kaffee, Schatz!"), "Nicht jetzt!" ("Och komm!"), oder "Gehst Du mit dem Hund raus?" ("Grunz!").

Nur in den Sommermonaten, also jetzt, versagt die innere Uhr und legt einen schlafunfähigen René frei, der wegen der verpassten Schlafstunden meist griesgrämig die vor- und mittaglichen Stunden von 10 bis 15 Uhr verbringt, denn:

1.) aufgrund viel zu heißgelaufener Füße liegt man im Bett, fuchtelt ständig mit den unteren Beinauswüchsen in der Luft herum, um wenigsten das kleinste bißchen Kühlung zu erfahren.

2.) aufgrund der ob des Wetters weit aufgerissenen Jourlasien kommen die Vögel in der Umgebung zu früh zu laut zum Piep, im Falle einer direkt vor dem Fenster wohnenden Elster ist sowas besonders ärgerlich, und man steht ab 5:32 Uhr senkrecht im Bett und verflucht die gefiederten Freunde auf der Welt.

3.) der Sommerventilator sorgt zwar in der ersten Stunde des Einschlafversuchs für angenehm einschlaffördende Monotonie, ab 3 Uhr Nachts ist er aber auch einhundertprozentiger Quell genau des Geräusches, dass einen um 4 Uhr nachts aus dem Bett jagt und auf eine Sitzung auf die Toilette zwingt.

Diese drei Faktoren sorgen für eine allgemeine Schlaflosigkeit zwischen Juni und September, solange bis das Wetter wieder annehmbarere Temperaturen annimmt, so zwischen 20 und 27 Grad also, das sind nämlich meine Temperaturen. Dann kann ich die Füße stillhalten, dann kann ich durchschlafen, dann kann ich entspannt aufstehen.

Also quatscht mich nich an, morgens, nachdem ich von 23:53 Uhr bis 2:21 Uhr und von 4:21 Uhr bis 6:52 Uhr geschlafen hab, den Rest der Nacht aber mit Toilettengängen und Fußwedeln und Wach-in-die-Decke-starren verbracht habe. Denn obwohl die Sonne scheint bin ich äußerst schlecht gelaunt.

Aber das stimmt ja so auch wieder nicht. Weil die Sonne scheint, weil die Mädchen scheinen.

Scheiß Sommer.