Impossible Mission? No Way!

29.04.2006 Misc Movies #Review

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Wer hätte das gedacht? "Mission Impossible 3" ist ein total genialer Actionkracher geworden, der richtig rockt!

Zuerst aber das: Brian de Palmas erster Teil war auf jeden Fall auch schon voll okay und hat ja sogar mit einigen Sequenzen (z. B. der Abseil-Aktion und der Tunnel-Zugfahrt) Filmgeschichte geschrieben. Ich bin außerdem ein alter John-Woo-Fan und liebe ihn unter anderem gerade wegen seiner überstilisierten "Action-Ballett"-Sequenzen, die allerdings in seinem "M:I 2" bereits recht abgedroschen waren und daher teils fast schon unfreiwillig für Heiterkeit sorgten.

Nun dies: "M:I 3" kommt diesmal vom "Lost"- und "Alias"-Schöpfer, und der hat ihn actionmäßig wieder total geerdet und ihm einen absolut schnörkellos-nüchtern-dokumentarischen Handkamera-Stil verpasst - ohne aber dabei auf spektakuläre Schauwerte zu verzichten (und das ist in etwa vergleichbar mit den Actionszenen in den ähnlich guten "Bourne"-Filmen). Teilweise ist es sogar wie in einem knüppelharten Kriegsfilm inszeniert. Das Ganze wirkt wie ein beschleunigter Bond-Streifen, der nach der Dauer-Hochspannungs-Dramaturgie von "24" funktioniert! Mit anderen Worten: Keine Popcorn-Scheiße für Nullraff-Teenies - nein, das sieht alles ziemlich echt, brutal, gefährlich und schmerzhaft aus und wirkt daher erst recht umso heftiger. Allein die dramatische Anfangssequenz gibt da schon ziemlich hammermäßig böse den Ton vor. Mich hat das alles voll umgehauen, denn ich hatte eigentlich keine großen Erwartungen. Ich bin völlig begeistert und muss ihn mir nächste Woche unbedingt gleich nochmal reinziehen.

Die 135 Minuten werden wirklich nie langweilig, die ganzen Hightech-Gadgets sind auch wieder total abgefahren, es gibt eine tricktechnisch und künstlerisch oberperfekt gemorphte Maskenanpassungsszene (also vorher Tom Cruise mit Maske, und nachher per nahtlosem Übergang der Schauspieler, den die Maske darstellt), bei der man den Trick nur bemerkt, wenn man absolut genau hinsieht. Und sogar emotional nimmt einem das Teil ziemlich mit, weil es dabei eigentlich um die Frage geht, ob und wie Geheimagenten mit dem (potenziellen) berufsbedingten Verlust von Menschen umgehen, die sie lieben. Und noch was: Der gerade für "Capote" oscargekrönte Philip Seymour Hoffman hat zwar keine besonders große Rolle, aber wie er sie - ohne zu chargieren (!) - ausfällt, ist sowas von krass und genial, dass er damit sofort in die Top-Five der fiesesten Bösewichter der Filmgeschichte aufsteigt!

Die interessanteste Frage ist, ob der neue James-Bond-Film das alles überhaupt noch toppen kann! Ich glaube es eigentlich nicht.