Dunkle Wolken

Gepostet vor 11 Jahren, 4 Monaten in #Misc #Blogs #Legal

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Schönen guten Tag,

ich wollte ihnen vorab mitteilen, dass sie mit dem schreiben an den betreiber des blogs "hessis weblog" einen fatalen fehler zu begehen scheinen. schon jetzt berichten erste A-Blogger über den vorfall und es werden minütlich mehr.

Bevor ich in meiner Tätigkeit als Blogger über den Vorgang berichten werde (und dann aller Wahrscheinlichkeit die Meinungsfreiheit des Bloggers Hessi verteidigen werde), möchte ich Ihnen Gelegenheit geben, zum Vorfall Stellung zu nehmen.

"wegen Unterlassung geschäftsschädigender Aussagen, einseitig negativer Berichterstattung zum Zwecke der Geschäftsschädigung (Schmähkritik), Löschung von Beiträgen"

Der beanstandete Artikel war ein Erfahrungsbericht, in dem der Blogger negative Erfahrungen mit ihrem Unternehmen geschildert hat. Was ist daran nicht erlaubt und woher nehmen Sie das Recht zur Unterstellung eines Zweckes?

"Gleichzeitig informieren wir Sie darüber, dass wir uns auch an Google Deutschland wenden, um die Gründe für das Ranking ihrer privaten Seite auf Platz 2 der Trefferliste zu erfahren."

Die Funktionsweise von Google ist Ihnen scheinbar nicht bekannt. Ich möchte sie Ihnen kurz erläutern. Google bewertet Suchtreffer anhand von auf die Seite verweisende Links. Das heißt, wenn Hessi einen Blogeintrag schreibt, der scheinbar auf viel Zustimmung stößt und entsprechend verlinkt wird, hält Google diesen (zurecht) für relevant und zeit ihn "auf Platz 2 der Trefferliste". Ich könnte mir im übrigen gut vorstellen, dass der Artikel ihnen auch den ersten Platz in der Trefferliste streitig machen wird.

"Schon Ihre Einleitung macht keinen Hehl daraus, dass in diesem Weblog Beiträge rein negativer Natur niedergeschrieben werden sollen:"

Diese Formulierung ist zu pauschal. Ein einzelner Blogeintrag kann nicht die komplette Ausrichtung eines Blogs anzeigen. Eine Auseinandersetzung ihrerseits mit dem Phänomen Weblog ist spätestens
jetzt angebracht, das zeugt auch ihre nächste Formulierung:

"Ihre Seite verfolgt hier nicht den Zweck, neutral über Erfahrungen zu diskutieren, sondern ausschließlich das Ziel, Negativberichte über f. zu veröffentlichen und andere Konkurrenzunternehmen zu empfehlen."

Sosehr sie im Verlaufe dieser Woche auch zur Zielscheibe werden, ihnen widmet wohl niemand ein komplettes Blog. Dessen können sie sicher sein.

Es mag sein, dass das Blog einen negativen Erfahrungsbericht veröffentlich hat. Es trifft aber immer noch zu, dass dieses Land ein freies ist, in dem man seine Meinung so laut und öffentlich sagen (und posten) darf, wie man will. Ob per Flugblatt, per Zeitung oder per Weblog. Ihre seltsame Auffassung, negative Meinung könne man per Abmahnung unterbinden, finde ich undemokratisch und gebe Ihnen hiermit Gelegenheit, zu dem Vorfall Stellung zu nehmen, bevor ich mit einem
Artikel an die Öffentlichkeit gehen werde.

Mit freundlichsten Grüßen
ich bin gespannt

René Walter

Hätte ich dazu schreiben sollen, dass ich ihnen eine Frist bis heute Abend setze und dann auf Spreeblick lospoltern werde? Ach, nö. Bin ich Justitiar oder was?

update: Ich habe eine schnelle Antwort erhalten. Die beiden reden miteinander und es handelte sich um einen Kommentar, in dem die Privatadresse der GF genannt wurde. Alles halb so wild imho, der Radar bleibt aber an. Mehr Infos hat die Frankfurter Neue Presse, Jens Scholz und Robert Basic

update (31.3. 8:00 Uhr):

Sehr geehrter Herr Schmidtler,

Herr Stefan Walter erzählte von einem Anruf im April 2005, indem unter Drohung mit Einstweiliger Verfügung eine Löschung des Beitrages
verlang wurde. Die von Ihnen bereits erwähnten Kommentare stammen aus den Monaten September und Oktober.

Nachdem ich meinen Artikel nach ihrer Antwort wieder etwas entschärft hatte, möchte ich Ihnen nochmals Gelegenheit geben, Stellung zu nehmen.

Mit freundlichen Grüßen
René Walter

update (31.3. 21:30 Uhr):
Die beiden haben sich scheinbar geeinigt. Eine Antwort auf o.g. Email kam nicht.

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