Ich gehe Euch jetzt sicherlich auf den Sack, aber ich kann nicht anders...

denn ich rege mich gerade furchtbar auf, die Wut quillt aus meinem Nervenzentrum die Gurgel hoch und ich kann ein drohendes Knurren nur noch eben so unterdrücken. Es geht um Mohammed, mal wieder. Vor 2 Minuten stieß ich auf ein Bild, ein Fake einer Legopackung, die Mohammed zeigt, kopulierend auf einer Frau, im Text heißt es noch: enthält die 23 Ehefrauen inklusive der 6 Jahre alten Aysha. Auf einen Link wird aus offensichtlichen Gründen verzichtet.

Das Problem bei der Sache ist, unter anderem, die: wir sind es so gewohnt, Schmähungen der westlichen dominanten Religion, nämlich den Christentum, anzuschauen und auch zu genießen, dass wir völlig vergessen, dass hier Christen über Christen richten. Wenn Monty Python (ich gehe davon aus, dass sie Christen waren. Jedenfalls erscheint mir der Gedanke, John Cleese sei Buddhist etwas abwegig) einen Film wie "Life of Brian" drehen, ist das völlig legitim und sogar notwendig in einer säkularisierten Gesellschaft. Genauso legitim ist es für einen Salman Rushdi als Muslim die "Satanischen Verse" zu schreiben und es war genauso notwendig. Wenn aber Christen abfällige Zeichnungen oder Montagen über den Islam herstellen, wenn Muslime oder ihr Prophet als Kinderficker tituliert wird, dann ist das anmaßend, überheblich, arrogant und last but not least ganz einfach rassistisch. Warum belustigen wir uns nicht am weicheiigen Buddhismus? Oder am nihilistischen Atheismus? Weil sie uns nicht ganz so fremd erscheinen wie der Islam. Und dann kommt noch ein italienischer (Ex-)Minister her, und printed das Ganze auf ein T-Shirt, dass er stolz im Fernsehen präsentiert. Alles im Namen der Freiheit, denn wir sind die Guten? Fuck you!

Ich hatte es schonmal bei Johnny in den Kommentaren gepostet, hier wiederhole ich das nochmal:

Die Unantastbarkeit ihrer Religion ist für Muslime genauso unverhandelbar wie unsere Freiheit, das ist der Punkt. Das sollten wir tolerieren und uns, wie geschehen, entschuldigen. Wenn ich auf der Straße jemandem ans Bein pisse, darf ich nicht erwarten, dass die Pisse mit einem Lachen weggewischt wird. Ich darf nicht einmal mit einer Standpauke rechnen. Ich muss damit rechnen, dass ich tierisch eine in die Fresse bekomme.

Wir sollten unsere Freiheit dafür nutzen, Verständnis für Andersdenkende aufzubringen. Mal die Perspektive ändern. Tun wir aber nicht.

Viele beharren auf ihren Standpunkten und weichen keinen Zentimeter. Deshalb sind wir genauso radikal wie sie. Wir sind Freiheitsextremisten, sozusagen.

Mit Satire oder Freiheit hat das nichts mehr zu tun, das ist eine fremdenfeindliche Kampagne gegen Muslime. Und dabei bleibe ich.