Aeon Flux und Requiem

Habe "Aeon Flux" gesehen und kann verstehen, warum er in den USA floppte. Grob gesagt, ist es eine ambitioniert daherkommende Mischung aus „Gattaca“, „Equilibrium“ und „Die Insel“, die zwar vom Design und den futuristischen Elementen her recht interessant ist, auf der inhaltlichen Ebene aber viel zu anspruchslos und oberflächlich bleibt und sich bei den (meistens viel zu hektisch geschnittenen) Actionszenen auch immer hart an der Grenze zum Lächerlichen bewegt (es soll wohl so cool wie in „Matrix“ sein, ist es aber halt leider nicht). Charlize Theron ist zwar auch recht nett anzusehen, aber da warte ich dann doch lieber auf die Wiederkehr der obersexy Latex-Queen Kate Beckinsale in „Underworld II“ – dessen unterschätzter erster Teil übrigens den „Matrix“-Action-Vergleich auch viel viel besser überstand.

„Requiem“ ist der neue Film von „23“- und „Crazy“-Regisseur Hans-Christian Schmid. Es geht um denselben authentischen Exorzismus-Vorfall von 1976 in Deutschland, der erst kürzlich von Hollywood unter dem Titel „Emily Rose“ verfilmt wurde. Damals kam die vermeintlich Besessene wegen der erbarmungslos angewendeten „kirchlichen Gegenmittel“ bekanntlich zu Tode. Weil der Film auf der Berlinale läuft, darf ich momentan noch keine Details dazu loswerden. Aber ich denke, es ist nicht zuviel verraten, wenn ich sage, dass ich von ihm absolut begeistert bin und er mich total fertig gemacht hat - obwohl es wohl der unreißerischste Exorzismus-Film ist, der jemals gedreht wurde! Er ist aber deswegen so schlimm, weil es darin auf fast schon dokumentarische Weise um kranke Familienverhältnisse und psychologischen Horror geht. Also das wahre Entsetzen sozusagen. Uff.