Man kann den Quatsch auch anders bewerten!

Wirklich, man kann das nicht nur mit Humor nehmen, so wie es die meisten tun. Man kann auch die Bildzeitung lesen, weil sie ja so lustig ist. Aber eigentlich ist sie nicht lustig.

Wenn man diese Sache mal ernst nimmt, diese Sache mit dem Shopblogger, dem Werbeblogger und seit gestern wohl auch mit dem Lawblogger, wenn man sich mal überlegt, dass da Leute einem tatsächlich den Mund verbieten wollen, sobald man eine Firma, ein Amt oder eine Frau beim Namen nennt, dann kann man auch zu dem Schluß kommen, dass die Welt schon eine sehr komische ist, wenn es tatsächlich Leute gibt, die meinen, mit so etwas im Recht zu sein. Man könnte auch zu dem Schluß kommen, dass diese Menschen nicht (mehr) wissen, dass es so etwas wie Meinungs- und Redefreiheit gibt. Rechte, die sich unsere Ahnen mit Wort und Blut erkämpft haben. Man könnte zu dem Schluß kommen, dass sich elitärer Drecksklüngel wieder zusammenrottet, um dem Lumpenvolk das Wort zu verbieten.

Man könnte das alles machen, tu ich aber nicht. Weil sie sowieso keine Chance mehr haben. Ihre Zeit ist abgelaufen, die Dinosaurier sind so gut wie ausgestorben.

Es kann mir niemand, NIEMAND, erzählen, diese Leute hätten das Internet nicht verstanden oder diesen Leuten wäre langweilig gewesen. Und es kann mir niemand erzählen, diese Leute wüssten nicht, dass das ein Artikel, und eben keine Werbung war, den sie da betrachteten. Diese Leute wussten das ganz genau und fanden sich deshalb in ihren Rechten beeinträchtigt, weil da ein Artikel über ihr Amt, ihre Tochter oder ihre Dönermaschine erschien. Einfach, weil der da war. Und eine solche Rechtsauffassung ist, wie ich finde, nicht witzig sondern beängstigend, weil, wie der Lawblogger richtig feststellt: Würde das Sozialgericht Bremen damit durchkommen, wäre das wirklich eine juristische Revolution. Dann wäre zum Beispiel der (kritische) Journalismus am Ende, weil er - ohne Einverständnis der Betroffenen - keine Namen und Marken mehr nennen dürfte.

Lang lebe die Redefreiheit!