Wolf Creek

ist ein verkommener Hund von einem Film. Er läuft Dir hinterher um zu sehen, ob Du etwas fressbares fallen läßt und wenn Du es tust, beißt er Dir in die Wade.

Wolf Creek erzählt keine neue Geschichte, natürlich nicht. 4 Kinder gehen in den Wald (hier das australische Outback) und nur eines kommt zurück. Selbstverständlich basiert das Ganze auf einer wahren Geschichte, das kennt man sowohl von Blair Witch Project als auch von Texas Chainsaw Massacre. Soweit, so gewöhnlich.

Was den Film aber als wohl einen der besten im frischen Jahr dastehen lassen wird ist die Virtuosität der Bilder, die Gelungene Vermischung von Motiven aus Texas Chainsaw Massacre, Mad Max und Beim Sterben ist jeder der erste. Dieser Film fühlt sich anders an, als andere Horrorthriller. Tarantino'sche Handlungswendungen kann man sogar ausmachen, die Bilder besitzen hartgezeichneten Realismus und das Drehbuch hat Struktur, die Handlungsstränge sind streng sortiert, fließen jedoch anders als bei Tarantino ineinander und wechseln schleichend die Erzählperspektive. Einen solchen Anspruch an cineastische Formalismen hat man im modernen harten Horror-Film so bisher noch nicht gesehen.

Die Brillanz des Films zeigt sich vielleicht am ehesten in einer Szene, in der einer Protagonistin die vermeintliche Flucht gelingt. Sie hält einen Autofahrer an, der zunächst eine Kanne aus dem Kofferraum nimmt und auf das Dach stellt. Zeitgleich hört man eine zunächst undefinierbare Tonfolge. Einen Knall, ein Zischen, ein „Deng“. Verwirrt schauen Autofahrer und Zuschauer auf die Durchlöcherte Kanne währen ein weiterer Knall, ein weiteres Zischen und diesmal ein kräftiges „Splatt!“ erfolgt und die Protagonistin und der Zuschauer entsetzt auf die blutverschierte Scheibe starren. Ohnmächtig muss sie sich eingestehen, trotz der scheinbaren Freiheit der offenen Weite des australischen Outbacks ihrem Peiniger hoffnungslos ausgeliefert zu sein.

Wenn der Begriff Gewaltpoesie noch nicht erfunden wurde, für diesen Film wird man es tun müssen.

Der Film läuft seit Weihnachten in den USA, der Deutschlandstart steht noch nicht fest. Schnitten könnte der Film sogar entgehen, da er nicht so sehr auf tatsächliche Splatter- und Gore-Effekte setzt, sondern mehr auf eine schonungslos realistische Darstellung der Gewalt.