Jahresrückfick

10.12.2005 Misc #Lists

Share: Twitter Facebook Mail

Mir gehts ja jetzt schon wieder auf den Sack.
Überall Jahrescharts, X des Jahres, Y 2005.

Die miesesten Platten des Jahres aufzuzählen (Auswahl: Xavier Naidoo, James Blunt, Rammstein, Sarah Connor) wäre dann aber doch zu sehr Pro7, deshalb geh ich mir eben selber auf den Sack, und erkläre meine Lieblingsalben 2005:

Ganz klar auf Nummer Eins kommen bei mir die Rakes mit ihrem grandiosen Album „Capture/Release“, die auch eine der beiden Hymnen für die Kollegen und mich lieferten mit dem so treffenden Titel „Work, Work, Work“.

Wobei wir auch schon bei Platz und Hymne Nummero Zwei sind. Das sind nämlich Pete, Kate und der Rest der Band Babyshambles mit „Down in Albion“ und die Hymne war natürlich „Fuck Forever“. Betrunken und Durchgemacht um 8 Uhr morgens am Napsterstart feilen und dabei „Cause I'm so clever and wise! So fuck forever!“ durchs Büro zu grölen, das macht eben schon mehr als Spaß.

Platz Nummer Drei bekommen bei mir die Jungs von der Bloc Party, weil deren Drummer nämlich live genausogut trommelt wie abgemischt. Und weil die groß werden. Und weil es endlich wieder GUTE Bands gibt, die groß werden.

Nämlich so groß, wie Franz Ferdinand schon sind, die Spitzbuben. Hauen mit „You could have it so much better with Franz Ferdinand“ einfach mal ein noch besseres Album raus, als es der Vorgänger schon war. Meine Güte, wo soll das noch hinführen?! Unsere Nummer Vier!

Nummer Fünf, endlich dürfen Arcade Fire. Eigentlich die heimliche Nummer Eins, aber eben nur heimlich. Superschöne Verquickung der gängigen Definition von Indie-Mucke mit dem New Wave-Hype mit einem meiner absoluten Lieblingslieder diesen Jahres „Une Année Sans Lumiere“. Exakt 2:47 eine wunderschöne Indie-Ballade wie sie rührender nicht sein könnte. Dann ein extatisches NewWaveGitarrengewitter das einem das Ja! zum Leben ins Gesicht schreit, dass man direkt anfängt zu weinen.

Platz Nummer Sechs sind die leider weitgehend - zumindest hierzulande - untergegangenen The Cribs mit dem Album „The New Fellas“. Schnörkellos cooler Pub-Rock mit Hang zur New Wave und gesprochenem Gesang, der uns damit direkt zu

Platz Nummer Sieben führt. Alle diejenigen, die das Album kennen, wissen um was es hier geht. Kunstrock. We formed a Band. Art Brut! „Bang Bang Rock & Roll“! I can't get over my old flame, I'm still in Love with Emily Kane!

Platz Nummero Acht vergeben wir an The Editors, die mit „The Back Room“ ein melodisches und mitreißendes New Wave-Abum ablieferten, dass wie Interpol funktioniert, aber bei weitem nicht so schwierig ist.

Den neunten Platz ergattern Nada Surf. Nach ein paar Jahren gab es mit „The Weight is a gift“ ENDLICH den Nachfolger zum „Let Go“-Geniestreich. Nicht minder melodiös hat es die Band endlich geschafft, den Collegerock-Schatten hinter sich zu lassen. Und „In the Mirror“ ist die wohl schönste Uptempo-Nummer diesen Jahres, ohne tatsächlich zu kicken. Ein Lied wie ein großer, verzögerter Orgasmus

Der 10. Platz ist langweilig. Den bekommen bei mir Maximo Park. Weil sie erstens keine bessere Platzierung nötig haben und zweitens sowieso wissen, wie groß sie eigentlich sind. Im Grunde die klare Nummer Eins, aber das wäre ja noch langweiliger. Ihr könnt ja die Ziffern am Anfang des Absatzes einfach umdrehen.