Das Trollie-Problem

10.10.2005 Misc #Rant

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Heute morgen ist es wieder passiert.

Zum Dreihundertvierundfünfzigen mal bin ich am Frankfurter Hauptbahnhof hinter einem Trolli hergelaufen. Was sich auf den ersten Blick nicht als die große Kacke ließt, die es aber tatsächlich ist. Ein ganz großer Aufreger.

Aber der Reihe nach. Zunächst: was ist ein Trollie? Ein Trollie ist kurz gesagt ein kleiner Koffer auf Rädern, den rollenden Einkaufstaschen alter Damen mit Q-Tipp-Frisur nicht unähnlich. Grundsätzlich ganz nützliche Dinger wenn man selbst einen mit sich führt. Ich bin zwar eher der Sporttaschentyp, aber der praktische Wert eines Trollies erschließt sich mir schon.

Wenn der Nutzer eines Trollies allerdings nicht wirklich orientierungssicher ist verwandelt sich der brauchbare Gepäckhelfer zum Stolperstück für die gesamte Umgebung. Denn ein Richtungswechsel im Lauf des Benutzers wird nur mit einer gewissen Verzögerung vom Trollie umgesetzt. Im Normalfall geschieht dies nach 2 Schritten in die eingeschlagene Richtung - dann zieht der Trollie mit. Da sich der typische reisende Trolliebenutzer aber meist in einer ihm fremden Stadt befindet, bewegt er sich meist in einem typischen Zickzackkurs durch die Umgebung und verbreitert so seinen Wegversperrbereich um das Dreifache.

Wenn man nun, ohnehin schon zu spät, sicheren Schrittes durch den Hauptbahnhof eilt und vor einem dann ein solcher orientierungsloser Trolliefahrer auftaucht, ist ein Vorbeikommen quasi ausgeschlossen. Da der auch meist ein bis zwei Trolliekumpane dabei hat. Und die tappsen dann alle unsicher nach oben auf die Anzeigetafel schauend durch die Gegend und versperren mit ihren scheiß Trollies den Weg zu allen Seiten. Da hilft dann nur Geduld. Am geilsten ist es, wenn man von Trollieusern eingerahmt ist. Und dann bleiben die alle vor der Tafel stehen. Geil, da steht man dann mit rum und kann nirgends hin, nur nach hinten. Was dann aber ein Schritt zurück ist, den ja keiner wirklich gerne macht.

Noch schlimmer wird das, befindet man sich im internationalen Zeitschriftenshop. Da gehe ich fast täglich durch weil es da eben den NME, Graphic und Adbusters zum Frühstück gibt. Dort befindet sich eine Stelle, die ist grade mal breit genug für 1 Person. Da gibt es zwar nichts zu gucken, dafür aber dann 2 Schitte dahinter. Wenn nun der geneigte Trollienutzer gerade dort das Buch oder die Zeitschrift seines Interesses erblickt, bleibt er da dann stehen. Und der Trollie genau zwei Schritte dahinter an der Stelle, an der nun kein Durchkommen ist. Das ist dann schon ärgerlich und ein weiterer Minuspunkt für die Bänkersippschaft.

Intelligente Trollienutzer, meist weiblich btw, ziehen ihr Gepäckgerät übrigens bei eigenem Stillstand an den Körper und vermeiden so oben dargestellte Zeitschriftenladengangkrisen. Und die haben dann auch keinen Anzug an.