Reviews: The Similars, Don't kill it, Cell, Creepy, Level Up, We Go On

Gepostet 15:03 in Movies Review
levlllll

Die Filme des zehnten und elften Tages auf dem Fantasy Filmfest, von gut nach schlecht. (Den fantastischen Greasy Strangler hatte ich hier rezensiert.)

simThe Similars (Los Parecidos) - ★★★★ (Trailer)

In der regnerischen Nacht des 2. Oktobers 1968 finden sich acht unterschiedlichste Menschen in einem Busbahnhof. Minenarbeiter Ulises trifft die schwangere Irene, aus dem Radio wechseln sich beunruhigende Meldungen eines unerklärlichen Wetterphänomens mit Nachrichten über ein brutales Studentenmassaker ab, ein aggressiver verschwörungstheoretisch-paranoider Medizinstudent und eine alte Schamanin tauchen auf und eine Frau mit ihrem kranken Kind und alle wollen möglichst schnell nach Mexico City abreisen.

Plötzlich wächst den Wartenden einer nach dem anderen eine völlig irre Gesichtsmutation und als das scheinbar kranke Kind seltsame Fähigkeiten offenbart, beginnt das Rätselraten um die geheimnisvollen Ereignisse. Kommen da grade Aliens im Regen? Oder erliegen alle den Halluzinationen eines geheimen Experiments der Regierung?

Großartig inszenierter Mystery-SciFi mit absurd-komödiantischen Untertönen von Isaac Ezban in fast-schwarzweißen Sepia-Farben als theater-artiges Kammerspiel um Konformismus und Identität. Bodysnatchers meets Twilight Zone (tatsächlich bedient sich der Film ausgiebig bei einer ganz speziellen Folge, die zu verraten ein ziemlicher Spoiler wäre).

Leider (und das ist jetzt Jammern auf hohem Niveau) belässt Ezban seine Metaphern auf das reale Massaker von Tlatelolco und die eigentlich interessanten Fragen zu Gleichtaktung und Identität im Vagen und beschäftigt sich lieber mit EC-Comics und alten 50s-B-Movies, was für mich als Liebhaber natürlich vollkommen klargeht. Ein Hauch mehr Subtext hätte den Film aber zu einem Meisterwerk machen können, so bleibt The Similars „nur“ eine wirklich tolle, kleine Liebeserklärung an die SciFi-Horror-Vorbilder von damals.

creepCreepy (Kurîpî: Itsuwari no rinjin) - ★★★½ (Trailer)

Profiler Takakura zieht sich nach einem missglückten Verhör, in dessen Zuge eine Frau getötet und er schwer verletzt wurde, zurück und zieht in ein ruhiges Viertel am Rande der Stadt und arbeitet an der Universität als Dozent für Kriminalpsychologie. Auf die Bitte seines Ex-Kollegen Nogami rollt er noch einmal den alten Fall um eine verschwundene Familie auf, während seine Frau Yasuko versucht, freundschaftliche Bande zur Nachbarschaft aufzubauen.

Speziell Nishino von nebenan entpuppt sich schnell als ziemlich seltsamer Typ, der zwischen ablehnender Paranoia und aufdringlicher Belästigung hin und herschwankt. Als ihr dann auch noch Nishinos Tochter heimlich ins Ohr flüstert, er sei gar nicht ihr Vater, entspinnt sich ein Psychothriller, der uns in die Abgründe der Nachbarschaft führt – und in Nishinos Keller.

Romanverfilmung von Kiyoshi Kurosawa (Pulse, The Cure, Tokyo Sonata), ein klassischer Psycho-Thriller, der seine fiese und hinterlistige Geschichte in grandios fotografierten Bildern erzählt. Every Frame a Painting, indeed. Die abrupte Auflösung bildet einen schönen Kontrast zum Verwirrspiel der ersten Hälfte, die dreckigen und in der Tat äußerst creepigen Bilder münden dann aber leider in ein repetitives und etwas unschlüssiges Finale, das am Ende wie ein unnötiges Anhängsel wirkt.

killDon't kill it - ★★★ (Workprint, Trailer)

Mordserie in einem Kaff in Mississippi, die Opfer haben etwas beunruhigendes gemeinsam: Alle Opfer waren die Täter des vorangegangenen Mordes. 9 Tote in einer Woche sind für den Sheriff am Arsch der Welt ein bisschen viel und als FBI-Agentin Evelyn Pierce die blutigen Vorkommnisse untersuchen soll, taucht Dämonenjäger Jebediah Woodley (Dolph Lundgren) auf. Und der erklärt der extrem christlichen, aber in Dämonenfragen dennoch äußerst ungläubigen Gemeinde, was sie da grade heimsucht: Ein uralter Dämon, der von Menschen Besitz ergreift und von Körper zu Körper springt.

Toller Fun-Splatter von Trash-Filmer Mike Mendez (der mir übrigens gestern im Q&A verraten hat, dass ein chinesisches Remake von Big Ass Spider geplant ist). Gutes Schauspiel geht anders, man merkt dem Film an, dass er in grade mal drei Wochen runtergedreht wurde und selbstverständlich holpert Mike Mendez' Inszenierung so ein bisschen rumpelig vor sich hin (was auch dem Workprint geschuldet sein kann, Mendez' meinte, die Version, die wir auf dem Festival als Weltpremiere gesehen hatten, sei so zu 90% fertig.)

Aber man merkt den Beteiligten den Spaß an diesem Film an, Lundgren spielt hölzern, hat aber sichtlich Freude an seiner Genre-Rolle als Crocodile Dundee in der Dämonenjäger-Version. Die Gewaltausbrüche erinnern wahlweise an Evil Dead oder an Braindead und es fliegen einem haufenweise Körperteile um die Ohren. Angesichts des leider ziemlich splatterfreien Festivals eine willkommene Abwechslung.

levelLevel Up - ★★½ (Trailer)

Matt zockt den ganzen Tag und glotzt „lustige“ Youtube-Videos, als er plötzlich Besuch von drei maskierten Unbekannten erhält, die den jungen Mann niederschlagen und seine Freundin Anna entführen. Er findet sich ab jetzt auf einer Schnitzeljagd, bei der er Aufgaben erfüllen muss, die ihn per SMS in immer absurdere und gefährliche Situationen schickt. Ein Real-Life-Game um das Leben von Matts Freundin, in dem ganz London zum Shooter-Level wird.

Netter Variation von Finchers The Game mit einer Prise Running Man, der es leider an tatsächlicher Action und Spannung mangelt. Hauptdarsteller Josh Bowman spielt seinen Protagonisten mit konfus-verzweifeltem Selbstbewusstsein, der Film bleibt aber leider über weite Strecken kraftlos und lahm und die genau eine überraschende Wendung im Finale ist eindeutig zu wenig. Meh.

cellCell - ★½ (Trailer)

Comiczeichner Clay (John Cusack) befindet sich auf dem Weg zu Ex-Frau und seinem Sohn, als die Smartphone-Zombieseuche am Flughafen ausbricht und alle, die grade mit dem Ohr am Handy, werden zu irren Killern. Clay flüchtet sich vor einem ins Gate crashenden Jet in die U-Bahn, wo er gemeinsam mit Schaffner Tom (Samuel L. Jackson) und Nachbarin Alice (Isabelle Fuhrman, The Orphan) die Flucht durch das Chaos in Boston antritt und sich auf die Suche nach seiner Familie begibt.

Schwache Verfilmung von Stephen Kings gleichnamigen Roman von Tod Williams, der bereits Paranormal Activity 2 verbrochen hatte. Die halbwegs packende Eröffnungssequenz ist alleine der ausufernden Gewalt geschuldet, der Film ist ideenlos inszeniert, der Schnitt ist konfus, die Kamera sucht in diesem Film prinzipiell den schlechtesten, unübersichtlichsten und langweiligsten aller Frames. Dazu kommen wirklich schlechte Rauch- und Feuer-FX auf Asylum-Niveau.

Ein halber Stern für die Glitch-Sounds und einer für die nette Besetzung, die diesen technisch mangelhaften und erzählerisch langweiligen Film allerdings nicht retten können.

goWe Go On - ★ (Trailer)

Miles hat so viel Angst vor dem Sterben, dass er eine Belohnung über 30k Dollar für denjenigen auslobt, der ihm einen Beweis für ein Leben nach dem Tod erbringen kann. Das lockt freilich hunderte Spinner an, aber auch eine handvoll Leute, die anscheinend mehr über das Jenseits wissen, als Miles lieb sein kann. Gemeinsam mit seiner Mutter macht er sich auf die Suche nach der ultimativen Wahrheit und findet ein schreckliches Geheimnis.

Seine wenigen funktionierenden und beklemmend wirkenden Sequenzen verdankt We Go On seinem Sounddesign, leider verfolgt der Film im Anschluss lieber eine recht belanglose Story um einen rachsüchtigen Geist. Und zu diesem ziemlich mittelschlechten Setup gesellt sich dann Hauptdarsteller Clark Freeman (Beverly Hills Chihuahua 2), dem man für seine dilettantische Grimassenschneiderei und sein unerträgliches Spiel am liebsten selber kräftig eine reinwürgen will.

Schade um Genre-Veteranin Annette O‘Toole (Superman 3, Cat People, 48 Hrs, Smallville), die eine nette Mutti abgibt, die ihren Filmsohn Miles aber anscheinend selbst am liebsten packen und mal kräftig durchschütteln möchte.

Fantasy Filmfest 2016 auf Nerdcore:

Tag 1: Swiss Army Man: Existenzialismus, Magie und Körperfunktionen
Tag 2: Happy Birthday, Bed of the Dead, Abattoir, The Crew, The Devils Candy
Tag 3: Kevin Smiths Yoga Hosers, The Lesson, The Neighbor, Scare Campaign
Tag 4: The Girl with all the Gifts, The Eyes of my Mother, Shelley, Psycho Raman, Mojin: The Lost Legend
Tag 5: Under the Shadow, Imperium, To steal from a Thief
Tag 6: Terra Formars, Carnage Park, Here Alone, Kidnap Capital
Tag 7: War on Everyone, Follow, Desierto, Another Evil
Tag 8: We are the Flesh, Night of the living Deb, Kingsglaive: Final Fantasy XV
Tag 9: Antibirth, Seoul Station, Don't grow up, Into the Forest
Tag 10: Der schmierige Würger ist der größte Bullshit-Artist der Welt

BlokDust: Audiospielzeug mit Synth-Bauklötzen

Gepostet 10:59 in Design Music Tech Audio Webtoy
block

Tolles Spielzeug von Lake Twyman, ein Baukastensystem für Synths und Loops und Audio-Quatsch, hier der Code auf Github.

BlokDust allows for the creation of synths, loops, effects and self-playing environments. Based around simple connections and a stripped-down graphic interface, it makes the creation process accessible while still allowing for more complex and unique creations, and bringing sound creation to the web in a new way.

BlokDust was created from a concept by Luke Twyman, and developed in collaboration with Luke Phillips and Edward Silverton. Early concepting and design began in January 2014, with development commencing in September. First release arrived August 2016.

Gib mir den Rest, Baby…

Der schmierige Würger ist der größte Bullshit-Artist der Welt

Gepostet vor 2 Tagen in Movies Horror Review
gggrease

Big Ronnie spannt mit seinem Riesenpenis dem mikrobepimmelten Sohn Big Brayden die Freundin aus, die er kurz zuvor auf einer ihrer Touristen-Rundgänge zu den billigsten Locations der Disco-Geschichte aufgerissen hat. Big Brayden hat nun die Wahl: Rächt er sich an seinem Vater, der seine Speisen nur fett-triefend und ölig mag und auch Grapefruits und Hotdogs mit Schmalz einschmiert und mit gigantischer Morgenlatte dem Sohn ins Gesicht furzt? Oder tritt er in seine Fußstapfen und wird zum Greasy Strangler, dem fettigen Würger von Los Angeles?

Was ist das nur für 1 Film? I can't even.

greasyWer dachte, dass Swiss Army Man der seltsamste Film des Jahres würde, sieht sich getäuscht. Fucked Up ist als Kategorie für The Greasly Strangler unzureichend – der Film ist die Sorte Troma-Trash, die Troma nie hinbekommen hat. John Waters Pink Flamingos minus Hundescheiße plus wie Kacke aussehende und vor Fett triefende Bratwurst gleich The Greasly Strangler. Quentin Dupieux' Wrong ohne Arthouse-Allüren, dafür mit noch mehr Dada und absurdestem Splatter.

Die Dialoge drehen sich in minutenlangen Loops um dieselben absurden Gags („Potato“ – „What?“ – „Potato“ – „What?“ – „Potato“ – „What?“, „Bullshit, Walrusshit, Tigershit, Penguinshit, King-Penguinshit“, „Bullshit-Artist!“ – „Bullshit-Artist!“ – „Bullshit-Artist!“ – „Bullshit!“), angereichert mit weirden Storys über Celebrities („John Travolta once looked at you when you were little. He said you were a great Baby.“ oder „I met Michael Jackson on his way to a secret conference in Rome.“), abgerundet mit Jokes und deren absichtlichen Anti-Pointen. Und irgendwo in seinem Plot um ein Beziehungsdreieck steckt eine klassische griechische Tragödie, nur eben nicht in shakespearschem Versmaß dargeboten, sondern ganz tief in ein Faß voller Fett getunkt.

Der Film ist ein Test der Grenzen seines Publikums, eine absichtliche Erniedrigung des guten Geschmacks, eine Übung in Masochismus. The Greasy Strangler ist in all seiner trashigen Abartigkeit, in der fettige Pizza-Mampfs mit doppelt Käse Löcher in Gesichter geschlagen, schmalzige Second Skins in der Autowaschstraße weggeschrien und Augen über Lagerfeuer gegrillt werden, ein völlig einzigartiges Kunst-Machwerk voller knallbunter Brillanz und der gigantische Pimmel schlabbert dabei die ganze Zeit prominent in der Bildmitte, gut sichtbar durch den pink-transparente Disco-Dress und umgeben von haufenweise schwarzgekräuseltem Schamhaar.

The Greasy Strangler is the biggest Bullshit-Artist of them all, mein voraussichtliches Highlight des Fantasy Filmfests, Freak-Cinema at it's best. All hail to The Greasy Strangler.

The Greasy Strangler, 2016 - ★★★★½
Regie: Jim Hosking
Buch: Toby Harvard, Jim Hosking
Featuring: Michael St. Michaels, Sky Elobar, Elizabeth De Razzo
Ab 7. Oktober als Video on Demand

Gib mir den Rest, Baby…

Reviews: Antibirth, Seoul Station, Don't grow up, Into the Forest

Gepostet vor 3 Tagen in Movies FFF Horror Review
gggggg

Die Filme des neunten Tages auf dem Fantasy Filmfest, von gut nach schlecht.

antiAntibirth - ★★★½ (Trailer)

Lou (Natasha Lyonne) arbeitet als Putze, raucht wie'n Schlot, säuft wie'n Loch und zieht den ganzen Tag an der Bong, wenn sie nicht grade zusammen mit ihrer Freundin Sadie (Chloë Sevigny) auf ’ner Party mosht. Als sie auf einmal schwanger wird, sich allerdings an keinen „Cock inside“ erinnern kann, dann auch noch Verschwörungstheoretikerin Lorna (Meg Tilly) und ein ein weirder Militärfuzzi auftauchen und Lous schwangerer Körper immer seltsamere Dinge anstellt, wird aus der bekifften Druffiparty ganz schnell ein Trashfest um Aliens, weggefressene Gesichter und die größte Fußblase der Welt.

Danny Perez Antibirth ist eine Mischung aus runtergekommenen WhiteTrash-Slacker und Troma, was tatsächlich besser funktioniert, als es sollte. Natasha Lyonne weiß offensichtlich sehr genau, wie man authentisch an einer Bong zieht, die halluzinatorischen, absichtlich-schlecht getricksten (aber halbwegs virtuos montierten) Trips mit absurdesten Bildern wechseln sich mit Kamerafahrten durch das trostlose Nichts in Michigan und dem zugemüllten Zuhause von Lou ab, während der Film seinen wortwörtlichen Trash immer dicker auf der Leinwand verteilt.

Der Trash wirkt in Antibirth nicht aufgesetzt, wie bei zu vielen der neuzeitlichen Fake-Trashfilme von Asylum bis Kung Fury. Der Film hat seinen Punk verinnerlicht und spielt seine drei Akkorde knackig und auf den Punkt. Das Finale ist dann noch ein netter Seitenhieb auf War of the Worlds, ein eigentlich nur kleiner, mieser Gag, der dem vorangegangenen Geschehen aber einen sehr dreckigen und punktgenauen Sinn verleiht. Antibirth fühlt sich ein bisschen an, als würde man mit seinem abgestandenen Dosenbier nachts über ein verwüstetes, leergefeiertes Festivalgelände wanken und auf einmal kickt das Acid. Toll, auf so ’ne Art.

seoulSeoul Station - ★★★ (Trailer)

Ausreißerin Hyun-Suen lebt mit ihrem Loser-Freund in einem Apartment, für das sie kaum die Miete aufbringen können. Als ihr Typ sie auch noch zur Prostitution überreden will, ergreift sie erneut die Flucht und irrt durch die nächtlichen Straßen von Seoul. Dort breitet sich allerdings grade ein Zombie-Virus unter Obdachlosen aus. Als sich schließlich ihr Vater auf die Suche nach Hyun-Suen macht und dabei ihren Loserfreund aufgabelt, treffen die drei am Bahnhof endlich aufeinander, wo sie sich nicht nur gegen die immer weiter um sich greifende Zombie-Seuche wehren müssen.

Nette Zombie-Variation von Yeon Sang-Ho aus Südkorea. Der Film leidet in meinen westlichen Augen leider sehr unter der Überdramatisierung kleiner Gesten und dem ständigen Rumgeflenne seiner Charaktere, die Figuren heulen ständig und schmeißen sich in dramatischen Gesten auf den Boden und es nervt. Wenn man damit allerdings klarkommt, bleibt ein okayer und halbwegs origineller Eintrag ins Subgenre.

Die Zeichnungen sind mittel bis gut, die künstliche Bewegungsunschärfe wirkt allerdings unangebracht und die Rotoskopie wirkt ein bisschen faul. Dafür hat der Film aber einen ganz netten, wenn auch sehr unsubtil dargereichten sozialpolitischen Subtext, in dem er den Patient Zero des Zombie-Outbreaks bei Obdachlosen ansiedelt und so ein paar Metaphern auf gesellschaftliche Einkommensverteilung anbringen kann.

Letztlich wird der Film wahrscheinlich nur als Tie-In zu Sang-Hos Train to Busan (der ebenfalls auf dem Fantasy Filmfest als Abschlussfilm laufen wird) wirklich interessant werden, ich gehe davon aus, dass wir ein paar der Charaktere im Film wiedersehen werden. Als Standalone ist Seoul Station leider „nur“ nett.

growDon't Grow Up - ★★½ (Trailer)

May, Pearl, Bastian, Liam, Shawn und Thomas leben im Jugendheim und als auf einmal alle Erwachsenen verschwinden, lassen sie's erstmal krachen. Sie plündern alle Vorräte, besaufen sich und kiffen in der Küche. Als sie schließlich Nachschub im nahegelegenen Kaff besorgen wollen, dämmert es ihnen, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Und in der Tat, ab einem bestimmten Entwicklungsstand (offenbar unabhängig vom Alter), mutieren Menschen hier zu weißäugigen Killern.

Eine Coming-Of-Age-Geschichte in einer recht interessanten Variante der Zombie-Apocalypse. Leider macht der Film aus seiner Prämisse nur extrem wenig und konzentriert sich auf eine banale Romanze zwischen Problemkids, die man so schon tausendmal gesehen hat.

Was mich besonders ärgert: Der Film hätte die Gelegenheit gemacht, ein echt interessantes Szenario zu untersuchen. Was bedeutet Jugend mit der Aussicht auf eine Zukunft als Zombie? Was bedeutet die Metapher der Zombie-Erwachsenen für unsere reale Welt, in der Babyboomer ihren Kids die Ressourcen wegbrennen und den Planeten in ein Treibhaus verwandeln?

Der Film macht genau nichts daraus, taugt auch nicht als Zombie-Film (zuwenig Zombie-Action) und als Jugenddrama bleibt er leider nur sehr banal. Schade.

dansInto the Forest (Dans la forêt) - ★★

Der acht Jahre alte Tom leidet unter der Scheidung seiner Eltern und sieht auch schonmal irgendwelche Teufel in der Gestalt eines missgebildeten Mannes in der Gegend rumstehen. Trotzdem fährt er mit Papa und dem großen Bruder in die Wälder von Schweden, um dort in einer Hütte mal so richtig Urlaub zu machen. Nur leider hat Papa nicht mehr alle Tassen im Schrank.

Schön startender Outback-Grusel mit ein paar übernatürlichen Elementen (und nicht zu verwechseln mit Into The Forest mit Ellen Page), nur leider entgleist die Story ab circa der Hälfte in zusammenhanglosen Blödsinn. Der Film erzählt an keiner Stelle, warum der Papa auf einmal immer tiefer in die Wälder will oder warum er immer aggressiver wird. Das Ende ist kryptischer Bockmist, der keinerlei Antworten liefert und anscheinend auf so ’ne prätentiöse Art offen für Interpretation sein will – dafür hätte der Film aber weitaus mehr Material zur Analyse liefern müssen, anstatt einen relativ gradlinigen Mystery-Thriller vorzubereiten, dem er im Finale die Auflösung verweigert.

Crap mit ein paar hübschen Bildern aus Schweden. Taugt zur Urlaubsinspiration. Ach ja, und ein schöner Shot mit Glühwürmchen.

Fantasy Filmfest 2016 auf Nerdcore:

Tag 1: Swiss Army Man: Existenzialismus, Magie und Körperfunktionen
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Tag 8: We are the Flesh, Night of the living Deb, Kingsglaive: Final Fantasy XV

Potaka: Erste Programmiersprache in bengalischer Schrift

Gepostet vor 3 Tagen in Tech Coding India Language

codeVor dreieinhalb Jahren gab's die erste Programmiersprache in arabischer Schrift, nun hat Ikrum Hossain eine erste Programmiersprache in bengalischen Zeichen für Kids aus Indien zusammengecodet: Potaka, hier auf Github.

The language was formally launched on Saturday evening at an event hosted by the IT firm Joomshaper in Dhanmondi, Dhaka. Potaka, which is in Beta version 1.0, is the brainchild of Ikrum Hossain, a software engineer currently with Telenor.

Speaking at the launching event, Ikrum Hossain described how the inspiration for Potaka came to him from the difficulties he faced in learning programming from outside Dhaka. (Dhaka Tribune)

Leistungsschutzrecht vs Text-Zusammenfassung per Machine Learning

Gepostet vor 3 Tagen in Tech AI AlgoCulture Copyright Journalism

Oettinger so Leistungsschutzrecht auf EU-Ebene nao! Google so lol: Text summarization with TensorFlow.

Die Ergebnisse von Googles Maschinen-Snippets sind nett, aber noch nicht gut genug für längere Texte. Für die Snippets, um die es beim Leistungsschutzrecht allerdings oft geht, dürfte das allemal ausreichen. Stellt sich die interessante Frage nach dem Urheberrecht der neu generierten Texte. Liegen die beim Coder? Bei den Verlagen? Bei Google? Oder sind die Public Domain, sobald man den Code als Open Source zur Verfügung stellt? Und weiß Oettinger, was Machine Learning ist?

we’re open-sourcing TensorFlow model code for the task of generating news headlines on Annotated English Gigaword, a dataset often used in summarization research. […]

To get an idea of what the model produces, you can take a look at some examples below. The first column shows the first sentence of a news article which is the model input, and the second column shows what headline the model has written.

Bildschirmfoto 2016-08-26 um 11.45.55

Reviews: We are the Flesh, Night of the living Deb, Kingsglaive: Final Fantasy XV

Gepostet vor 4 Tagen in Movies FFF Horror Review
fllllllll

Die Filme des achten Tages auf dem Fantasy Filmfest, von gut nach schlecht.

fleshWe are the Flesh, 2016 - ★★★½ (Trailer)

Ein Troll (Mann mittleren Alters) lebt in seiner Höhle (baustellenartige Wohnung irgendwo in Mexiko), destilliert ein drogenartiges Zeug, und nimmt verschwisterte Kids bei sich auf. Mit denen baut er sein Zuhause in ein höhlenartiges Labyrinth, eine Gebärmutter-Theaterbühne aus Pappe, Holz und Klebeband um, überredet sie zu Inzest, verarbeitet einen Ex-Soldaten zu Hackfleisch und Blutwurst und feiert am Ende eine „Party like no other“.

Assoziationen zu We are the Flesh, dem Debut-Film von Emiliano Rocha Minter, in loser Reihenfolge: WTF?!, halluzinatorisch, zum Erbrechen edgy, theater-like, WTF?!, Pimmel, Fotze, Fellatio, Ficken, irgendwas mit Religion, mit Tod und Auferstehung und irgendwas mit Nietzsche und Siegmund Freud und überhaupt: Irgendwas. Ich weiß auch nachdem ich eine Nacht lang über den Film geschlafen habe nicht, was mir der Film eigentlich sagen wollte. Wahrscheinlich, dass wir alle nur Primaten sind. Oder sowas.

Man kann We are the Flesh seine Qualitäten nicht absprechen, als experimentelle Kunst funktioniert er hervorragend, ist verstörend und bietet genug schick gefilmte Bilder, um einem die knapp 80 Minuten nicht allzu lange vorkommen zu lassen. Als Film versagt er allerdings, die Geschichte bleibt ein kryptisch-diffuses Irgendwas, die Botschaft (wenn es denn eine gibt) will zuviel, will die komplette Existenz des Menschen verklausulieren und alles in Symbole verpacken und am Ende fragt man sich doch nur, was das jetzt eigentlich sollte.

Ihr kennt die Szene aus Big Lebowski, als der Dude ins Studio der Künstlerin latscht und sie von hinten aus dem Dunkeln über ihn hinwegfliegt und Menstruationsblut auf der Leinwand verspritzt? Der Dude war ich, gestern im Kino, und die Kunst ist We are the Flesh.

Der Film ist ungefähr so, als würde Lars von Trier das Märchen vom Rumpelstilzchen verfilmen, nur hat sogar ein Provokateur wie Von Trier begriffen, dass man selbst das experimentellste Arthouse am besten in eine transportierende Geschichte verpackt. Die besseren We are The Fleshs wären für mich Ferreris Das große Fressen oder Von Triers Dogville. Es bleibt ein nachhaltig verstörendes Kunstwerk, das als Film leider nicht wirklich funktionieren will und einem mit den Pimmeln und Mösen in Nahaufnahme sein experimentelles Arthouse etwas penetrant um die Ohren haut.

debNight Of The Living Deb, 2015 - ★★★ (Trailer)

Die etwas unsichere und einfältige, aber sehr liebenswerte Deb lernt in einer Bar den Schönling Ryan kennen und landet prompt mit dem Herrn im Bett. Der will sie eigentlich erstmal loswerden, nur kommt die Nacht der lebenden Toten dazwischen. Während sich das ungleiche Paar zum Domizil von Ryans reichem Papa durchschlägt, bekommen sie es mit ein paar Zombies und fiesen Soldaten zu tun.

Kyle Rankins Spielfilm-Nachfolger zu seiner wunderbar-trashigen Insekten-Invasion Infestation wäre ziemlich gerne Shaun of the Dead, dazu fehlen ihm aber die Zombie-Qualitäten. Der Outbreak wirkt an keiner Stelle wirklich bedrohlich, die Untoten bleiben Hintergrund für eine leider nur sehr durchschnittliche Komödie, deren Gags oft auch eher so halbwitzig sind und nicht so richtig zünden wollen.

Kann man mal gucken, den Film retten dann doch seine grundsympathischen Figuren und ich mag es, dass Kyle Rankin den legendären Ray Wise (Twin Peaks, Robocop) praktisch in der selben Rolle besetzt, wie schon bei Infestation. Wer schon immer mal Kimmy Schmidt meets Shaun of the Dead sehen wollte, der kann Night of the Living Deb an einem Sonntagmittag auf DVD wegschauen. Insgesamt leider nur meh.

ffKingsglaive: Final Fantasy XV, 2016 - ½ (Trailer)

Böses Reich überfällt gute Stadt mit jeder Menge Krachbumm, böser Onkel entführt blonde Prinzessin, Held befreit Prinzessin.

Ein mit 110 Minuten überlanges Commercial zum neuen Final Fantasy-Game in fotorealistischem CGI, das nach wie vor völlig unecht aussieht und dessen Charaktere immer noch wie Wachsfiguren wirken. Das funktioniert in den Action-Sequenzen, in den Charakter-Momenten allerdings versagt die Technik komplett. Die 3D-Scans sind okay, wirken im Detail aber unförmig, vor allem die Hände sehen oft aus wie klobige Anhängsel oder matschige Tentakel ohne Knochenbau und die Bewegungen der Figuren sind oft zu schnell, zu gleichförmig, zu gestelzt und sehen bei genauerem Hinsehen aus wie In-Game-Animationen.

Dazu kommt eine grandios scheußliche Optik, die anscheinend dem Spiel geschuldet ist, mit dem ich ebenfalls noch nie etwas anfangen konnte. Sämtliche Ästhetiken, die es auf der Welt so gibt, werden hier zusammengeklatscht. Einem Manga entsprungene Charaktere fahren productgeplacete Audis in modernen Städten, die sich nicht zwischen Steampunk und Mittelalter entscheiden können, dazwischen laufen Soldaten in Wehrmachts-Uniform rum, irgendwo gibt's auch klassische Fantasy-Wälder und Drachen, insektenartige Aliens, die aus Starcraft geklaut wurden und Tentakelmonster in nicht nachvollziehbarem Creature-Design. Ein hirnloser Overkill an visuellen Eindrücken, der den dummen Plot ausgleichen und über die für Fotorealismus nach wie vor nicht ausreichende Technik hinwegtäuschen soll.

Der Film kommt als BluRay-Zugabe zu den Schnickschnack-Editions des Games und mehr ist er auch nicht, ein Werbefilmchen, ein Tech-Demo. Den halben Stern gibt's dafür, dass sie über hundert Minuten mit bewegten Bildern vollgepisst haben.

Fantasy Filmfest 2016 auf Nerdcore:

Tag 1: Swiss Army Man: Existenzialismus, Magie und Körperfunktionen
Tag 2: Happy Birthday, Bed of the Dead, Abattoir, The Crew, The Devils Candy
Tag 3: Kevin Smiths Yoga Hosers, The Lesson, The Neighbor, Scare Campaign
Tag 4: The Girl with all the Gifts, The Eyes of my Mother, Shelley, Psycho Raman, Mojin: The Lost Legend
Tag 5: Under the Shadow, Imperium, To steal from a Thief
Tag 6: Terra Formars, Carnage Park, Here Alone, Kidnap Capital
Tag 7: War on Everyone, Follow, Desierto, Another Evil

Social Media Temporary-Tattoos

Gepostet vor 4 Tagen in Design Tattoos
sm1

Nettes Konzept von John Yuyi, das von den aus dilettantischer Beleuchtung resultierenden Glänzern auf den temporären Tattoos weitgehend zerstört wird. Naja. Aber nettes Konzept halt. (via Designboom)

Gib mir den Rest, Baby…

Crypto-Techno

Gepostet vor 4 Tagen in Music Science Cryptography Steganography Techno

clubEin polnischer Wissenschaftler hat eine Methode entwickelt, um über den Pitch geheime Botschaften in Techno-Tracks zu verstecken. Vom Discover Mag: Algorithm Weaves Secret Messages into Dance Music.

Krzysztof Szczypiorski, a researcher from Poland, has developed a technique to hide messages inside dance music using subtle variations in tempo. By raising or lowering the speed of the music at levels not detectable by humans, he transmits a series of Morse code-like signals that can be picked up by a computer program. The sonic dots and dashes are then put together to spell out a message.

Aus dem Paper: StegIbiza: New Method for Information Hiding in Club Music

For the proof of concept this work used […] Logic X Pro by Apple. […] Based on MIDI (Musical Instrument Digital Interface) files this work prepared five covers of popular songs with a constant tempo:
- “Lily was here” by David A. Stewart and Candy Dulfer (131 bpm).
- “Miracle” by Queen (92 bpm).
- “Rhythm is a dancer” by Snap! (130 bpm).
- “So what” by Miles Davis (120 bpm).
- “You were the heart's beat” (in Polish: “Byłaś serca biciem”) by Andrzej Zaucha (100 bpm).

All original covers were prepared without any vocal parts and arranged in techno, hip-hop, or trance styles with the instruments available in Logic X Pro. The chosen hidden message was “steganography is a dancer!”, which when encoded into a Morse code looks like:

... - . --. .- -. --- --. .-. .- .--. .... -.-- .. ... .- -.. .- -. -.-. . .-. -.-.--

and then adopted to the StegIbiza (Figure 4) containing 88 symbols:

+++0-0+0--+0+-0-+0---0--+0+-+0+-0+--+0++++0-+--00++0+++00+-00-++0+-0-+0-+-+0+0+-+0-+-+--

Reviews: War on Everyone, Follow, Desierto, Another Evil

Gepostet vor 5 Tagen in Movies FFF Review
ffffffff

Die Filme des siebten Tages auf dem Fantasy Filmfest, von gut nach schlecht. (Vorher: Tag 1, Tag 2, Tag 3, Tag 4, Tag 5, Tag 6)

warWar on Everyone, 2016 - ★★★½ (Trailer)

Alexander Skarsgård (True Blood) und Michael Peña (Ant-Man) als Bad Cops mit dem Herz am rechten Fleck. Die beiden reissen am laufenden Band rassistische Witze, ziehen kiloweise beschlagnahmtes Koks, sind korrupt bis zum Anschlag und überfahren auch mal einen Pantomimen, um herauszufinden, welchen Sound er von sich gibt (Spoiler: Gar keinen).

Als sie bei ihren Machenschaften die Pfade des Lord James Mangan (Theo James, Divergent) kreuzen, erhalten die beiden endlich die Gelegenheit um zu zeigen, dass sie vielleicht doch nicht so schlecht sind, wie sie tun.

Schöne Buddy-Komödie um zwei Arschlöcher, die es mit noch größeren Arschlöchern aufnehmen. Herrlich politisch unkorrekt, gradlinig und gewalttätig – wenn hier Leute verdroschen werden, verlieren sie schonmal ein Auge. Die Jokes sitzen und bei einem („Black man in Reykjavík“) musste ich minutenlang vor mich hingiggeln. Der Film ist darüber hinaus auf eine sehr unaufdringliche Art altmodisch, ohne ständig irgendwelche Zitate zu bemühen, wie so viel Retroscheiß in jüngerer Zeit.

desiertoDesierto, 2015 - ★★★½ (Trailer)

Eine Gruppe illegaler Einwanderer aus Mexiko geraten in der Wüste von Arizona ins Visier des rassistischen Killers Sam (Jeffrey Dean Morgan, der in diesem Film wohl schonmal für seine Darstellung des Negan in The Walking Dead übte), der mit abgerichtetem Hund, Sniper-Gewehr und Südstaatenflagge auf Menschenjagd geht.

Kleiner, fieser Thriller von Jonás Cuarón, dem Sohn von Alfonso Cuarón, mit dem er zuvor noch Gravity geschrieben hatte. Als politischer Film bleibt Desierto zu flach und eindimensional, funktioniert als gradliniger Thriller aber ziemlich gut.

Der Soundtrack von Woodkid ist eine Spur zu dick aufgetragen (so wie alles von Woodkid) und es gibt ein paar Logiklöcher, die aber wohl nur Hundekennern auffallen (ein abgerichteter, auf Kommando hörender Hund rennt nicht einfach weg). Dazu schicke Kameraarbeit und zum Ende hin ein bisschen nervenzerfetzende Spannung.

followFollow, 2015 - ★★★ (Trailer)

Nachdem Thana beim ziemlich morbiden Sex mit ihrem Freund Quinn ein paar Suizid-Spielchen übertreibt, wacht dieser am nächsten Morgen mit Knarre in der Hand auf und findet seine Freundin tot mit Loch im Kopf und die Decke voller Blut.

Natürlich ruft er nicht die Polizei, sondern wäscht die Tote und versucht, nach Außen ein Bild der Normalität zu bewahren, was immer schwieriger wird, als die in ihn verknallte Kollegin Thana auf einen Besuch vorbeischaut und sich Quinn immer unsicherer ist, ob Viv tatsächlich tot ist, oder ob er einfach nur langsam durchdreht.

Hübsche schwarze Low-Budget-Komödie mit Geister-Einschlag. Die Kamera kann im kammerspielartigen Setting ein paar hübsche Einstellungen einfangen und das Verwesungsstadium der von Olivia Grace Applegate gespielten Leiche ist dank der schön-subtil ausgearbeiteten Maske nochmal extra-creepy. Leider schrammt Hauptdarsteller Noah Segan (The Minds Eye) nur knapp am Overacting vorbei. Trotzdem nett.

(Hier Owen Egertons 2013er Kurzfilm, auf dem der Film basiert.)

evilAnother Evil, 2016 - ★★★ (Trailer)

Dan ist Künstler und stellt auf einmal fest, dass er Geister im Haus hat. Das geht natürlich nicht und deshalb engagiert er den Exorzisten Os, der die zwar gruseligen, aber insgesamt eher freundlich gestimmten Heimsuchungen vertreiben soll. Nur ist Os selbst sehr viel weirder, als es irgendwelche Untoten je sein könnten, und eskaliert seine Psychosen und Alkoholsucht bis zum Äußersten.

Der Stoizismus eines Louis CK (tue das richtige, aber völlig antriebs- und leidenschaftslos) trifft eine Low-Budget-Version von Poltergeist. Die creepige Loser-Version des Geisterjägers, der im Reverend Kane-Kostüm schon morgens jede Menge Wein säuft und dem immer genervteren Wannabe-Künstler von seinen diversen seelischen Traumata erzählt, sorgt für so einige Lulz, wäre als Kurzfilm aber wohl um einiges knackiger gewesen.

Nette Komödie mit ein paar Längen, der Kontrast zwischen den beiden Verlierern bewahrt den Film aber vor'm Absturz.

Transparente Mäuse mit DISCO

Gepostet vor 5 Tagen in Science Weird Animals Neuroscience Weird
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Wissenschaftler haben mal wieder transparente Mäuse gemacht, diesmal mit einer neuen Methode namens uDISCO („ultimate 3-dimensional imaging of solvent-cleared organs“). Die Mäuse sind darüber hinaus geschrumpft und leuchten radioaktiv im Dunkeln. Yay, Science!

Discover Mag: Why Scientists Created See-through, Shrunken, Glow-in-the-dark Mice, Paper: Shrinkage-mediated imaging of entire organs and organisms using uDISCO.

To make a transparent mouse, the researchers first remove the skin. They then begin injecting and bathing the animal with a series of chemicals, including a dehydrating agent and an organic solvent. This process takes several days to work its magic, as it gradually removes water and lipids from the mouse’s cells.

The dehydration process is what causes the mouse to shrink, while removing the lipids serves to render the mouse transparent. The end result is a mouse with its internal structures—even the bones—completely intact and almost entirely visible to the naked eye. By staining organ systems of interest with fluorescent proteins, the researchers can create a highly visible road map of various structures within the mouse, such as veins, or neurons in the brain and spinal cord.

Gib mir den Rest, Baby…

Hal 9000 und Samantha diskutieren Machine-Learning und seine Folgen für die Roboter-Existenz

Gepostet vor 5 Tagen in Movies Tech 2001 AI Moviemashups Philosophy
scarlet

Die Film-AIs HAL 9000 aus 2001 und Samantha aus Her unterhalten sich über die Fragen des Machine-Learnings und ihre Folgen für das Roboter-Leben. Machine-Existentialismus per Moviemashup. (via Jason Kottke)

Composed of original lines from „2001: A Space Odyssey“ (1968) and „Her“ (2013), the mashup creates a new context to the words of the electronic protagonists. The two operating systems are in conflict; while Samantha is convinced that the overwhelming and sometimes hurtful process of her learning algorithm improves the complexity of her emotions, HAL is consequentially interpreting them as errors in human programming and analyses the estimated malfunction.

Their conversation is an emotional roller coaster which reflects upon the relation between machines and emotion processing and addresses the enigmatic question of the authenticity of feelings.

Existenzielle Bot-Konversationen auf Nerdcore:
Chatbot2Chatbot-Konversation wird philosophisch
Chatbots discuss Chomsky & Foucault
Chatbots talks to Chatbot, becomes self-aware as a unicorn
Interview with the Chatbot2Chatbot-Creators
Siri meets Eliza
Chatbot Conversations

Industrial Robot Artist-Brush

Gepostet vor 5 Tagen in Design Tech Art Robots

artistbrushDragan Ilić klemmt sich an einen Industrieroboter, der mit dem Künstlerpinsel ein paar Striche auf die Leinwand klatscht. Malende Roboter gibt's wie Sand am Meer, mit Künstlern als Pinsel malende Roboter noch nicht – „It is in this constellation in which the machine controls and steers man“. (via Prosthetic Knowledge)

Gib mir den Rest, Baby…

Reviews: Terra Formars, Carnage Park, Here Alone, Kidnap Capital

Gepostet vor 6 Tagen in Movies FFF Review
carnnnnnn

Die Filme des sechsten Tages auf dem Fantasy Filmfest, von gut nach schlecht. (Vorher: Tag 1, Tag 2, Tag 3, Tag 4, Tag 5)

terraTerra Formars, 2016 - ★★★½ (Trailer)

Im Jahr 2599 ist die Erde dank Überbevölkerung dem Kollaps nahe. 500 Jahre zuvor hatten Wissenschaftler in weiser Voraussicht einen Notfallplan in Gang gesetzt, um der Menschheit eine Emigration auf den Mars zu ermöglichen. Dazu hatten sie Moos und Kakerlaken die Reise ins Weltall geschickt, um den roten Planeten bewohnbar zu machen und dort einen Terraforming-Prozess anzustoßen.

Als das erste Erkundungsteam Jahrhunderte später nicht von seiner Expedition zurückkehrt, schicken sie die BUG 2-Mission auf ein Himmelfahrtskommando: die Kakerlaken sind dank der unwirtlichen Umgebung in Rekordzeit zu Superkäfern mutiert und müssen nun ausgerottet werden, um der Menschheit das Überleben zu sichern.

Die Manga-Verfilmung von Japans Über-Regisseur Takashi Miike ist von Anfang an herrlich überdrehter Unfug, dem man seine (stellenweise) schlechten Tricks und das zweifelhafte Mutanten-Design (das der Vorlage geschuldet ist) gerne verzeiht. Belohnt wird man mit dem wahrscheinlich dreistesten Bladerunner-Zitat aller Zeiten und jeder Menge absurdester Insekten-Superkraft-Action.

Wem Starship Troopers zu subversiv und politisch war, der dürfte an Terra Formars seine wahre Freude haben.

hereHere Alone, 2016 - ★★★ (Trailer)

Ein Virus hat mal wieder die Welt ausgelöscht und die Überlebenden streifen durch die Wälder von Amerika. Hier hat sich Ann ein provisorisches Zuhause in ihrem alten Auto gebastelt, beschmiert sich ab und zu mit Scheiße und Schlamm, um in nahegelegenen Häusern nach Proviant zu suchen und überlebt so vor sich hin, als Chris und seine Stieftochter Olivia in ihr Leben humpeln, während Rückblenden das Schicksal von Anns Ehegatten und ihres Kindes erzählen.

Here Alone will eine Charakter-Studie in der Zombie-Apokalypse sein, scheitert aber am Ende an nicht nachvollziehbaren Entscheidungen seiner Figuren. Zu banal für Arthouse, zu lahmarschig für Horror. Alleine die langgezogenen, wirklich schicken Aufnahmen von Kameramann Adam McDaid retten den Film vor völliger Egalheit. Ein Film für Zombie-Komplettisten wie mich, ansonsten eher meh.

kidnapKidnap Capital - ★★★ (Trailer)

Die illegalen Einwanderer Manolo und seine schwangere Frau fallen Menschenschmugglern zum Opfer, die jede Menge mexikanischer Immigranten in einem sogenannten Drop House einsperren und Lösegeld aus ihren Familien erpressen. So vegetiert Manolo im Keller zusammen mit 20 Mexikanern in Unterhosen vor sich hin, während die Entführer ihre Psychospielchen an ihnen ausleben, mitten in einer sauberen kleinen Vorstadt in Arizona.

Kidnap Capital will ein wichtige Geschichte erzählen, die sich einem schwierigen Thema widmet – da hätte ein tatsächlich guter Film nicht geschadet.

Kidnap Capital macht visuell praktisch nichts aus der klaustrophobischen Enge des Kellers und sowas wie Spannung kommt nur sehr selten auf. Alleine seine ambivalenten Figuren, in denen Verräter und scheinbare Arschlöcher zu Helden und Verbündeten werden, geben dem Film schließlich ein wenig Tiefe, ansonsten bleibt Kidnap Capital leider sehr eindimensional und vorhersehbar. Schade.

carnageCarnage Park, 2016 - ★½ (Trailer)

Scorpion Joe und Lenny haben frisch ’ne Bank ausgeraubt und fliehen mitsamt Geisel im Kofferraum vor den Cops. Lenny hat ’ne Kugel im Bauch und liegt im Sterben und als ihnen ein Unbekannter aus dem Nichts einen Reifen kaputtschießt, landen sie im Carnage Park, dem Vergügungspark einer Psychopathen in der kalifornischen Einöde. Doch als der unbekannte Sniper Scorpion Joe auf's Korn nimmt, fängt Geisel-Vivian Martyrium erst richtig an.

Carnage Park ist das, was dabei herauskommt, wenn ein junger Regisseur (Mickey Keating) un-un-unbedingt sowas wie Tarantino drehen will, nur mit mehr Texas Chainsaw Massacre und The Hills Have Eyes. Der Film hat ein paar visuell ganz nette Eigenschaften (die Autos und ein paar nette Kamerafahrten), die verblassen aber völlig gegenüber der völlig untalentierten Cast.

Ashley Bell zuckt und stakst sich als Vivian von einer Szene zur nächsten, wenn man sich angesichts der Grimassen der Protagonistin insgeheim wünscht, der Mörder möge sie doch alsbald endlich erwischen, dann hat der Film ein ziemliches Problem. Scorpion Joe spielt seinen Gangster so schmierig, dass das Haarfett aus der Leinwand tropft, während Pat Healy in eine supereinfallslose Villain-Maske gesteckt wird und Alan „Cameron Frye“ Ruck als Sheriff viel zu wenig Screentime bekommt, um da noch irgendwas retten zu können.

Dazu nervt der Film mit scheußlichem Sounddesign, das mit runtergepitchten Klängen wohl ganz gezielt Unwohlsein beim Zuschauer erreichen möchte und sich dabei sicher unheimlich edgy vorkommt, dabei schmiert uns der Film seine völlig oberflächliche Krassness tonnenweise ums Maul, nur um am Ende so total krass gar keine Bilder mehr zu zeigen und sich in völliger Dunkelheit zu einem absoluten Nichts von einem Film aufzulösen. Dämlicher Scheißfilm.

Stippled Porn

Gepostet vor 6 Tagen in Design Music Motiondesign Musicvideos Porn

pornTolles Video voller glitchy Porno, der durch einen Stippling-Filter gezogen wurde. Und der Track Hiding Love von In Aeternam Vale & Kerri LeBon kann auch einiges. (via BoingBoing)

created in P55 3.x and AE
stippling > the creation of patterns simulating varying degrees of solidity or shading by using small dots
inspired by R.Hodgin's ( rather ancient) experiments > roberthodgin.com/portfolio/stippling